12:34 17 Oktober 2018
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    Il-20-Vorfall wird Militäraktivitäten Israels in Syrien einschränken – Experte

    © AP Photo / Ariel Schalit
    Politik
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    Der Entschluss Russlands, die Flugabwehrraketensysteme S-300 in Syrien zu stationieren, bedeutet laut dem Chef des Instituts for Energy Markets und Policies (EPPEN) der Türkei Volkan Özdemir, dass Moskau seine Politik der Nichteinmischung im Streit zwischen Israel und Iran aufgibt, die vor dem Il-20-Vorfall zu beobachten war.

    „Geopolitisch gesehen war die Strategie Russlands in Bezug auf die syrische Frage von Anfang an so aufgebaut, dass sie auf die Unterstützung von Damaskus sowie auf die Gleichgewichtspolitik gegenüber Israel und dem Iran gerichtet war, die zwei wichtige Akteure in der Region darstellen.  Russland hat seit längerer Zeit abseits der Kollisionen dieser beiden Kräfte auf dem syrischen Territorium gestanden, indem es die Handlungen der israelischen Luftstreitkräfte nicht verhindert hat, die regelmäßig die vom Iran unterstützten Gruppierungen angegriffen haben. Jedoch hat der Il-20-Vorfall – und darauf hat der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu aufmerksam gemacht – die Kräfteverteilung grundsätzlich verändert. Russland hat beschlossen, Flugabwehrraketensysteme S-300 in Syrien zu stationieren“, so Özdemir im Gespräch mit Sputnik.         

    Ihm zufolge könne diese Situation die Frage auf die Tagesordnung setzen, dass Russland den Luftraum nicht nur nahe der Mittelmeerküste Syriens sperren wird, sondern auch in den Regionen, die an Libanon und Jordanien grenzen. Dies wiederum werde nicht nur die Verbundenheit Russlands, Irans und Syriens deutlich verstärken, sondern auch die Möglichkeiten von Israel selbst sowie der westlichen Länder einschränken, mittels der Hände Tel Avivs Militäroperationen in der Region durchzuführen.      

    Özdemir vertritt die Ansicht, dass der Vorfall mit der russischen Il-20 eine neue Phase in der auf dem Boden Syriens herrschenden Situation einleitet. „Den Ablauf des syrischen Konflikts kann man in einige Phasen unterteilen, die von dem verändernden Kräfteverhältnis auf der internationalen Bühne in unterschiedlichem Maße beeinflusst wird. Eine dieser Phasen hat am 30. September 2015 begonnen, als die russischen Luft- und Weltraumkräfte (WKS) die Anti-Terror-Operation in Syrien starteten. Diese Entscheidung Russlands hat damals das Kräfteverhältnis auf dem syrischen Territorium deutlich verändert“, so der Experte.   

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    Seines Erachtens deutet auch die jetzige Entscheidung Russlands über die Stationierung der Flugabwehrraketensysteme S-300 auf den Beginn einer neuen Phase hin, bei der Israel nicht mehr imstande sein werde, die Ziele in Syrien so leicht und folgenlos wie früher angreifen, so Özdemir weiter. Und wenn sich Israel doch dazu entschließen sollte, dann würde das Land auf einen entschiedenen Gegenschlag nicht nur seitens Irans und Syriens stoßen, sondern auch Russlands, resümierte der Experte.          

     

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    Tags:
    Luftstreitkräfte, Amikam Norkin, Mittelmeer, Russland, Iran, Syrien