05:20 17 Februar 2020
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    Unternehmer aus der autonomen italienischen Provinz Südtirol haben beim IV. Forum für die bilaterale Kooperation mit Russland erzählt, inwieweit die Anti-Russland-Sanktionen die Region betroffen haben und welche Rolle dabei jahrzehntelange Freundschaft spielt.

    „Die Folgen der Sanktionen sind in der Provinz Bozen, die früher eine Menge Waren nach Russland exportierte, sehr stark zu spüren“, sagte Bernhard Kiem, der ehemalige Honorarkonsul Russlands in Bozen (Landeshauptstadt Südtirols), Chef des Unternehmens KB Advisors Srl und Gründer des Touristenportals italyitaly.ru in einem Gespräch mit Sputnik Italia. 

    Vor den Sanktionen habe die Region etwa 1.500 Lkw-Ladungen Äpfel nach Russland jährlich geliefert – das seien etwa fünf Lkws pro Tag. Nun fallen die Äpfel unter Sanktionen. „Dieselbe Geschichte haben wir auch mit der Molkereiproduktion“, klagt Kiem. Südtirol exportierte hauptsächlich Mascarpone und Joghurt nach Russland. 

    „Nun ist dieser Markt für uns absolut tot.“

    Erfreulich sei aber, dass etwa 70.000 russische Touristen immer noch Skitourismus in der Region machen. 

    „Der Tourismus, kulturelle und kommerzielle Initiativen der Privatunternehmer erhalten die Unverletzlichkeit unserer Freundschaft“, sagte Kiem weiter. 

    Die Freundschaft Südtirols mit Russland dauere seit mehr als einem Jahrhundert an, als sich 1875 der erste Zug aus St. Petersburg nach Meran auf den Weg gemacht habe. „Russen haben sich in unsere Region immer gut integriert.“ 

    In den vergangenen zwei Jahren beschäftigte sich in der Handelskammer Bozen keiner mehr mit den Anfragen für Kooperation mit Russland, klagte Kiem. „Ich will etwas tun, um die Situation zu ändern.“

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    Tags:
    Auswirkungen, Freundschaft, Markt, Tourismus, Handel, Sanktionen, Bernhard Kiem, Südtirol, Russland