18:45 23 Oktober 2018
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    Frau im russischen Nationalkostüm

    „Danke, Mütterchen Russland!“: Israelischer Journalist lobt Moskau

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    Politik
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    In einem Beitrag für die israelische Zeitung „Haaretz“ wird Russlands Vorgehen nach dem Abschuss der Il-20 in Syrien gelobt: Zum ersten Mal seit Jahren habe ein anderer Staat zu Israel „Stopp!“ gesagt. Dies hatte Israel laut dem Autor dringend nötig.

    „Ein Hoffnungsstrahl bahnt sich an: Jemand zeigt Israel die Grenzen auf“, schreibt der Haaretz-Korrespondent Gideon Levy. Zum ersten Mal seit vielen Jahren habe ein Land Israel zu verstehen gegeben, dass seine Macht eingeschränkt und es nicht in Ordnung ist, alles zu tun, was ihm beliebt. Und dass Amerika Israels Verbrechen nicht immer decken wird.

    Israel habe diese Botschaft „wie Sauerstoff“ gebraucht. Denn die Überheblichkeit der letzten Jahre und die geopolitische Realität führten dem Blatt zufolge dazu, dass das Land völlig zügellos geworden sei. Israel habe den libanesischen Luftraum patrouillieren können, als gehöre er ihm. Tel Aviv habe im syrischen Luftraum Bombenangriffe durchführt, als wäre es der Luftraum von Gaza. Israel habe zudem den Gaza-Streifen regelmäßig zerstört und das Westjordanland okkupiert.

    „Danke, Mütterchen Russland, dass du einem Kind die Grenzen aufgezeigt hast, das seit langer Zeit von niemandem zurechtgewiesen wurde“, so der Autor weiter.

    Die israelische Bestürzung über Russlands Reaktion zeige, wie sehr Israel „einen verantwortungsvollen Erwachsenen“ gebraucht habe, der das Land in die Schranken weisen würde. Dass jemand es wagt, Israel davon abzuhalten, so viel zu bomben, wie es ihm beliebt – ein so seltsames Phänomen hat das Land seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt.

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    Die Tageszeitung „Israel Hayom“ habe natürlich gleich auf den „wachsenden Antisemitismus“ in Russland hingewiesen. Israel wolle wieder einmal die Opfer-Karte ausspielen. Doch die übliche Arroganz sei plötzlich weg.

    Zuvor habe Bloomberg einige israelische Beamte zitiert, die damit gedroht hatten, die S-300-Luftabwehrsysteme zu bombardieren, sollte Moskau diese an Syrien übergeben. Nun sei das Wutgeschrei aus Zion aber plötzlich verstummt.

    In Israel habe bislang die Idee geherrscht, dass die Souveränität anderer Staaten wertlos und allein die eigene Souveränität heilig sei. Das Nahost-Land sei von seiner eigenen Straffreiheit überzeugt gewesen, bis es auf das russische „Njet“ gestoßen sei. „Wie sehr wir dieses „Njet“ doch gebraucht haben!“, so der Autor weiter.

    Russland könne sich unwillkürlich für Israel besser erweisen als all die „verrückte und korrupte Unterstützung“, die es derzeit von der US-Administration und deren Vorgängern erhalte.

    Moskau hat laut „Haaretz“ der Welt gezeigt, wie man Israel behandeln muss, weil es die einzige Sprache verwendet hat, die Israel versteht. Hätte das russische „Njet“ auch über dem Luftraum des Gazastreifens gehangen, hätten so viel sinnloses Töten und Zerstörung vermieden werden können. Hätte eine internationale Organisation die israelische Besatzung direkt angesprochen, wäre diese längst vorbei. „Stattdessen haben wir Donald Trump und seitens der EU die erbärmlichen Verurteilungen der Vertreibungen aus Khan al-Ahmar.“

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    Tags:
    Lob, Abschuss, Il-20, Israel, Syrien, Russland