02:01 20 Oktober 2020
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    Der britische Außenminister Jeremy Hunt glaubt nicht, dass die andauernde Krise mit Russland in einen Krieg hinüberwachsen kann. In einem Interview mit dem Sender Skynews machte der britische Chefdiplomat erneut Moskau für den Gifttod des Ex-Geheimdienstlers Alexander Litwinenko und das angebliche Attentat in Salisbury verantwortlich.

    „Dies beeinflusst offensichtlich die Beziehungen zwischen beiden Staaten. Aber ich glaube nicht, dass ein Krieg oder etwas Ähnliches möglich ist“, äußerte Hunt.

    Die Schuld für die Verschlechterung der Beziehungen zwischen beiden Staaten sieht der Brite allein bei Russland. Die Russen hätten bereits einen hohen diplomatischen Preis zahlen müssen, sagte er. Wenn sie weiter so agierten, „gibt es für Russland keinen komfortablen Platz auf der Welt mehr“.

    Die Beziehungen zwischen London und Moskau stecken seit dem rätselhaften Tod Alexander Litwinenkos in einer Krise. Der Offizier des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB war 2000 nach Großbritannien geflüchtet und sechs Jahre später gestorben.

    Laut britischen Ermittlern wurde der 44-Jährige, der damals schon im Sold des britischen Geheimdienstes MI6 stand, mit dem radioaktiven Isotop Polonium 210 vergiftet.

    Die britische Staatsanwaltschaft machte den russischen Unternehmer Andrej Lugowoi für die Vergiftung verantwortlich, weil Litwinenko nach einem Treffen mit ihm erkrankt war. Lugowoi bestreitet seine Schuld und sieht sich selbst als Opfer eines Gift-Anschlags.

    Im März dieses Jahres wurden der frühere russisch-britische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia unweit des geheimen Militärlabors Porton Down bewusstlos aufgefunden. Nach britischer Darstellung wurden die beiden mit dem tödlichen Giftstoff A234, im Westen unter dem russischen Namen Nowitschok bekannt, vergiftet, überlebten jedoch.

    Die britische Regierung machte umgehend Russland für das mutmaßliche Attentat verantwortlich. Wie auch im Fall Litwinenko wurden der Öffentlichkeit keine Beweise präsentiert. Der Verbleib der beiden „Opfer“ ist seit Monaten nicht öffentlich bekannt.

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    Russland, Großbritannien