13:10 15 Oktober 2018
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    Recep Tayyip Erdogan

    Erdogan offenbart Streit mit Trump in punkto Erdgas aus Russland

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    Politik
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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat laut eigenen Angaben gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gegenüber US-Präsident das Recht behauptet, russisches Erdgas zu kaufen.

    Das Gespräch soll in Brüssel beim Nato-Gipfel am 11./12 Juli stattgefunden haben.   

    „Trump sagte den Teilnehmern: 'Ihr alle füttert Russland, Deutschland gibt ihm viel Geld.' Er erwähnte die Türkei aus Höflichkeit nicht. Jedoch habe ich es nicht ausgehalten und geantwortet, dass wir 50 Prozent unseres Erdgases aus Russland beziehen, und wenn wir es nicht kaufen werden, werden unsere Bürger im Winter frieren. Dann schaltete sich die Bundeskanzlerin Merkel in das Gespräch ein. Sie sagte, dass Deutschland 38 Prozent des Erdgases aus Russland beziehe, und es auch nicht zulassen könne, dass sein Volk frieren wird“, zitiert der TV-Sender A Haber Erdogan. So äußerte er sich gegenüber Journalisten an Bord des Flugzeugs auf dem Weg nach Deutschland.    

    Die USA setzen laut dem türkischen Präsidenten ihre Sanktionspolitik fort, dabei würden sie diese Politik auch anderen Ländern aufzwingen. Indessen könne man keine gerechte Weltordnung nach dem Prinzip 'der Stärkere hat Recht' gestalten. 

    Sein Land werde die Sanktionen nicht mitmachen, die einseitig verhängt würden. 

    „Das im Konferenzraum (bei der UN-Vollversammlung – Anm. d. Red.) erklungene Gelächter, als Trump von der wirtschaftlichen Situation sprach, offenbart die Meinungen der Teilnehmer“, so Erdogan.

    Die Energiepolitik der USA

    Die weltweiten Energielieferungen stellen einen der wichtigsten Punkte auf der Tagesordnung der US-Administration dar. Mitte Juli hatte der Chef der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, nach Beratungen mit Trump erklärt, dass die EU bereit sei, in den Bau von neuen Flüssiggas-Terminalen zu investieren, wenn die Preise wettbewerbsfähig seien.   

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    Washington versucht mithilfe von Flüssiggas (Liquefied Natural Gas LNG) Russland, den führenden Energielieferanten für den europäischen Markt, zu verdrängen. Die US-Administration versichert, sie würde ausschließlich gute Ziele verfolgen, und zwar wolle sie die Gasimporte der EU diversifizieren und zudem verhindern, dass Moskau die Energielieferungen nicht als „Druckmittel gegenüber den europäischen Partnern“ benutzt.  

    Außerdem tritt Washington mit der Erklärung gegen den Bau der Gasleitung Nord Stream 2 auf, dass sie Europa von den „russischen Energielieferungen abhängig macht“. 

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    Tags:
    Erdgas, Donald Trump, Recep Tayyip Erdogan, Jean-Claude Juncker, USA, Russland