09:59 22 Oktober 2018
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    Sergej Skripal, Gerichtsprozess in Moskau 2006.

    Skripal soll für vier Nato-Geheimdienste gearbeitet haben

    © AP Photo / Misha Japaridze
    Politik
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    Der ehemalige GRU-Agent und Überläufer Sergej Skripal hat bis 2017 für gleich vier Nato-Geheimdienste gearbeitet. Das erfuhr „Focus“ von einem ranghohen Mitarbeiter der Nato-Spionageabwehr Allied Command Counterintelligence (ACCI) in Brüssel.

    Skripal soll dabei geholfen haben, aktive russische Geheimagenten im Ausland zu enttarnen. So sei der Ex-GRU-Mitarbeiter im Jahr 2012 in Begleitung britischer MI6-Beamter nach Prag gereist und habe die örtlichen Sicherheitsbehörden über „aktive Spionagenetze Russlands“ informiert. Einige der russischen Agenten soll er noch aus seiner aktiven Dienstzeit gekannt haben.

    Im Sommer 2016 habe der ehemalige GRU-Agent dem estnischen Geheimdienst in Tallinn Informationen geliefert, was zur Enttarnung von drei „russischen Spionen“ geführt habe. 

    Skripal habe auch mit dem spanischen Geheimdienst CNI zusammengearbeitet. Nach Informationen von „Focus“ ging es hier um „Kontakte der russischen Mafia an der Costa del Sol zu einflussreichen Politikern und Beamten in Moskau“.

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    Am 5. März war bekannt geworden, dass Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury vergiftet wurden. London behauptet, sie seien mit dem Stoff A234 vergiftet worden, und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein, weil der Giftstoff nach Angaben von Experten sowjetischer Herkunft gewesen sein soll. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

    Skripal war 2006 wegen Spionage für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Er kam jedoch im Juni 2010 im Zuge eines Austausches inhaftierter Spione zwischen Russland und den USA auf freien Fuß. Kurz darauf wurde ihm in Großbritannien Asyl gewährt.

     

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    Tags:
    Spion, Vergiftung, Anschlag, GRU, NATO, Sergej Skripal, Prag, Estland, Spanien, Großbritannien, Russland