02:29 17 Oktober 2018
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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan begrüßt Cem Özdemir in Berlin, 28. September 2018

    Berlin: Erdogan sorgt mit Wutrede für Eklat beim Staatsbankett

    © REUTERS / Fabrizio Bensch
    Politik
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    Bei dem Staatsbankett im Berliner Schloss Bellevue ist es am Freitag zu einem Eklat gekommen: Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan soll laut Medienberichten den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier regelrecht angefahren haben.

    Erdogan wich demnach von seinem versöhnlich klingenden Skript ab, um Steinmeier für dessen Kritik an der Pressefreiheit in der Türkei zu rügen. Zuvor hatte der Bundespräsident laut der „Welt“ das Schicksal der in der Türkei inhaftierten Deutschen und Journalisten angesprochen.

    Dies stieß bei Erdogan jedoch übel auf: „Wir haben doch heute morgen darüber geredet“, sagte er ungläubig. Die von der türkischen Regierung verfolgten Journalisten und Intellektuellen seien allesamt Terroristen, so Erdogan.

    Der türkische Präsident kritisierte, dass „auf den deutschen Straßen“ tausende PKK-Mitglieder „herumlaufen“: „Sie laufen mit großen Bildern vom Chef der Terrororganisation in den wichtigsten Straßen Deutschlands herum“, zitiert die „Bild“ den türkischen Staatschef. „Ist es richtig, dass diese Leute, die tausende Menschen bei uns umgebracht haben, so offen bei euch rumlaufen können?“ Zudem befänden sich „Hunderte“ Anhänger der Gülen-Bewegung in Deutschland.

    Erdogan wies die Kritik an den Festnahmen von Journalisten in seinem Land zurück: „Wenn der Journalist ein Teil des Terrorismus ist und die türkische Justiz ihn bestraft hat, wie kann man das verteidigen?“

    Schließlich kehrte Erdogan wieder zu seinem Manuskript zurück und beendete die Rede mit einem Bismarck-Zitat auf Deutsch: „Die Liebe der Türken und Deutschen zueinander ist so alt, dass sie niemals zerbrechen wird.“

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    Tags:
    Rede, PKK, Recep Tayyip Erdogan, Frank-Walter Steinmeier, Deutschland