12:54 17 Oktober 2018
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    Sicherheitskräfte von Kosovo (Archiv)

    „Siegesreise“: Hintergrund des Vorfalls in Kosovo geklärt

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    Politik
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    Der Präsident der selbsterklärten Republik Kosovo, Hashim Thaci, hat laut Medienberichten das Wasserkraftwerk „Gazivoda“ am gleichnamigen Stausee im Norden des Kosovo in einem Polizeiboot umfahren. Dabei soll es sich um eine gewisse „Siegesfahrt“ gehandelt haben. Serbien hatte zuvor seine Armee in volle Gefechtsbereitschaft versetzt.

    Das Polizeiboot soll an der Staumauer des von Belgrad kontrollierten Wasserkraftwerkes „Gazivoda“ vorbeigefahren und dann wieder zurückgefahren sein. Die Fahrt habe 15 Minuten in Anspruch genommen. Der Polizeichef Reshat Qalajn und der Finanzminister Bedri Hamza sollen Hashim Thaci begleitet haben.

    Die Analytiker vertreten die Ansicht, dass die „Siegesfahrt“ wegen der schwierigen innenpolitischen Lage in Kosovo notwendig gewesen sei. Sie sei am Vorabend einer großen, für den Samstag geplanten, regierungskritischen  Kundgebung in Pristina unternommen worden, aber auch nach der gescheiterten Reise der Delegation von Kosovo zur UN-Vollversammlung in New York.    

    Die EU hatte auf die Situation in Kosovo reagiert. „Wir rechnen damit, dass alle Teilnehmer der Ereignisse ruhig und zurückhaltend handeln werden. Wir nehmen die Situation äußerst ernst wahr und unterstützen Kontakte mit allen Seiten“, so der Vertreter des Auswärtigen Dienstes der EU.        

    Am Samstag hatte der serbische Präsident Aleksandar Vučić nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tanjug befohlen, die serbischen Streitkräfte in volle Gefechtsbereitschaft zu versetzen. Der Hintergrund war die Besetzung der Zugänge zum Wasserkraftwerk „Gazivoda“ durch kosovarische Spezialeinheiten.

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    Zuvor hatte der Außenminister Russlands, Sergej Lawrow, erklärt, dass Moskau beim Dialog zwischen Belgrad und Pristina eine Entscheidung unterstützen werde, die für Serbien akzeptabel sei.

    Laut russischen Medien hat der Chef der serbischen Gemeinde Zubin Potok, Stevan Vulović, am Samstag mitgeteilt, dass etwa 60 Mitglieder der kosovarischen Spezialeinheiten die Stellungen um das strategisch wichtige Wasserkraftwerk „Gazivoda“ verlassen haben, die sie zuvor bezogen hatten. 

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    Tags:
    Spezialeinheiten, UN-Vollversammlung, Aleksandar Vučić, Sergej Lawrow, Kosovo, Serbien