04:41 19 Oktober 2018
SNA Radio
    Polizei am Ort der Vergiftung russischen Doppelagents Sergej Skripal in Salisbury

    Skripal glaubt nicht an Russlands Schuld an seiner Vergiftung – The Guardian

    © AP Photo / Matt Dunham
    Politik
    Zum Kurzlink
    712107

    Der ehemalige GRU-Offizier Sergej Skripal, der zusammen mit seiner Tochter Julia Anfang März in der britischen Stadt Salisbury vergiftet wurde, glaubt nicht, dass Russland an dem Giftanschlag beteiligt war. Dies berichtet die Zeitung „The Guardian“ unter Berufung auf den britischen Journalisten Mark Urban.

    Urban soll sich mit Skripal persönlich getroffen haben, als er an einem Buch mit dem Titel „The Skripal files“ (dt: Der Fall Skripal) arbeitete. Als der Ex-GRU-Agent aus dem Koma erwachte, „hat er nicht sofort begriffen, dass der Kreml ihn töten wollte“, so der Journalist.

    Ferner bemerkte Urban auch, dass Skripal vor dem Vorfall in Salisbury „die Position des Kreml in vielen Fragen, insbesondere bezüglich der Wiedervereinigung der Krim mit Russland“ unterstützte. Im Allgemeinen wäre er trotz Zusammenarbeit mit dem britischen Geheimdienst „ein schamloser russischer Nationalist“.

    Giftanschlag auf die Skripals

    Der frühere russisch-britische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia, die am 4. März unweit des geheimen Militärlabors Porton Down bewusstlos aufgefunden wurden, waren nach Darstellung der britischen Regierung mit dem tödlichen Giftstoff A234, im Westen unter dem russischen Namen Nowitschok bekannt, vergiftet worden. Ihre schnelle Genesung halten Experten jedoch für überraschend.

    Die britische Regierung machte umgehend Russland für das mutmaßliche Attentat verantwortlich. Russland weist diesen Vorwurf von sich und fordert eine unabhängige Aufklärung. Die britische Premierministerin Theresa May ließ 23 russische Diplomaten ausweisen. Aus „Solidarität“ mit London wiesen auch die USA, Deutschland und viele weitere EU-Staaten Dutzenden russischen Diplomaten die Tür.

    Als Reaktion wies auch Moskau westliche Diplomaten aus, erklärte sich dabei aber wiederholt bereit, bei den Ermittlungen zu helfen. Die britischen Behörden winkten ab. Der damalige Außenminister Boris Johnson versprach im März, „verblüffende Beweise“ gegen Russland zu präsentieren, tat dies aber bis zu seinem Rücktriff im Juli nicht. Das mit der Untersuchung beauftragte britische Militärlabor Porton Down teilte im April mit, dass eine russische Herkunft des Nervengifts nicht nachweisbar sei.

    Anfang September hat die britische Polizei Bilder von zwei Verdächtigen veröffentlicht. Bei ihnen soll es sich um Mitarbeiter des russischen Militär-Nachrichtendienstes GRU handeln. Am 5. September hat die britische Staatsanwaltschaft gegen Alexander Petrow und Ruslan Boschirow Anklage erhoben.

    Die beiden erzählten später in einem Interview mit der Chefredakteurin von Sputnik und RT, Margarita Simonjan, dass sie Großbritannien als Touristen besucht und mit Geheimdiensten nichts zu tun hätten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Geheimdienst, Vergiftung, GRU, Sergej Skripal, Salisbury