00:27 18 Oktober 2018
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    Sergej Skripal, Gerichtsprozess in Moskau 2006.

    Putin: Skripal ein „Schuft“, Spionage allerdings genauso wichtig wie Prostitution

    © AP Photo / Misha Japaridze
    Politik
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    Der russische Präsident Wladimir Putin ist bei seinem Auftritt beim internationalen Forum „Russische Energiewoche“ auf die Geschichte mit der angeblichen Vergiftung des Doppelagenten Sergej Skripal eingegangen.

    „Stellen Sie  sich vor: Sie  sind ein Staatsbürger Ihres Landes, und  plötzlich taucht bei  Ihnen  ein  Mensch, der sein Land verrät. Wie werden Sie sich zu ihm verhalten? Er ust einfach  ein Schuft, und es wäre alles", sagte der russische Staatschef.

    In Bezug auf den „Fall Skripall" sei eine ganze Informationskampagne entwickelt worden, sagte Putin. „Ich glaube, dass dies vorbeigeht. Ich hoffe, dass dies einmal zu Ende sein wird. Und je schneller, desto besser", betonte er.

    Skripal sei in erster Linie ein Staatsverräter, sagte Putin: „Was die Skripals und so weiter anbetrifft: Dieser Spionen-Skandal wird künstlich aufgebläht. Ich schaue mir mehrere Informationsquellen an. Ihre Kollegen treiben den Gedanken voran, dass der Herr Skripal beinahe ein Menschenrechtler ist. Er ist einfach ein Spion, ein L

    Landesverräter. Verstehen Sie, es gibt einen solchen Begriff:,Landesverräter'", so Putin. Die letztere Äußerung Putins nahm das Publikum mit Applaus auf.

    „Wollen Sie sagen, dass wir zudem auch einen obdachlosen Menschen vergiftet hätten?", kommentierte er die Äußerung des Moderators der Plenarsitzung, der behauptet hatte, das Nervengift, mit dem Sergej Skripal und seine Tochter Julia angeblich vergiftet worden seien, habe auch andere Opfer gefordert.

    Russlands Präsident Wladimir Putin
    © REUTERS / Alexander Zemlianichenko/Pool

    „Manchmal sehe ich mir an, was im Zusammenhang mit diesem Fall vor sich geht, und wundere mich einfach darüber: Irgendwelche Männer sind gekommen und haben angefangen, bei euch in Großbritannien Obdachlose zu vergiften. Was ist das für Unsinn?", fügte er hinzu.

    „Niemand brauchte dort irgendwen vergiften. Dieser Skripal, er ist ein Verräter, wie ich gesagt habe. Er wurde gefangen und bestraft, saß insgesamt fünf Jahre im Gefängnis und wurde freigelassen. Das ist alles. Er fuhr weg, beriet irgendwelche Geheimdienste — und was nun?"

    Putin zeigte sich darüber erstaunt, dass der Moderator überhaupt dieses Thema aufgeworfen hatte: „Wovon sprechen wir jetzt mit Ihnen: von Öl und Gas oder von der Spionage?", staunte er und fügte scherzhaft hinzu: „Lasst uns dann zu einem anderen der ältesten Berufe übergehen und besprechen, was in diesem Geschäftsbereich vor sich geht."

    „Und das Getue zwischen den Geheimdiensten — ist das erst gestern zum Vorschein gekommen? Wie bekannt, sind Spionage und Prostitution einige der wichtigsten Berufe weltweit. Und was nun?"

    Putin verwies darauf, dass Russland Großbritannien mehrmals darum gebeten hatte, Dokumente zum „Fall Skripal" bereitzustellen: „Wir sagten: Übergeben Sie uns ein Dokument, wir werden sehen, was damit zu tun ist, werden eine Ermittlung durchführen. Wir haben sicher ein Rechtshilfeabkommen bei Strafverfahren mit Großbritannien, das eine entsprechende Ordnung vorsieht. Also geben Sie uns die Dokumente, schicken Sie sie, wie es sich gehört, und wir werden sehen, wie es dort in Wirklichkeit aussieht", so der russische Präsident.

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    Tags:
    Spionage, Vergiftung, Verräter, Spion, Russische Energiewoche 2018, Sergej Skripal, Wladimir Putin, Großbritannien, Russland