14:20 17 Oktober 2018
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    Avigdor Liberman

    Trotz S-300-Lieferung: Israel verzichtet nicht auf Militäroperationen in Syrien

    © AFP 2018 / Georges Gobet
    Politik
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    Israel freut sich nicht über die Lieferungen der russischen Raketenkomplexe S-300 nach Syrien, kann aber auf Militäroperationen im Nachbarland nicht verzichten, erklärt der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman am Mittwoch gegenüber dem Radiosender „Kann Reka“.

    Damit kommentierte Lieberman erstmals die gestrige Erklärung seines russischen Amtskollegen Sergej Schoigu über die Übergabe von russischen Raketenkomplexen  S-300 an Syrien als Antwort auf den Abschuss der russischen Il-20.

    „Ich kann nicht sagen, dass wir uns über die Präsenz von S-300 freuen. Zugleich ist das nämlich das Thema, wo wir keinen Ausweg haben. Es besteht da keine Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen“, sagte Lieberman. 

    Libanon
    © Sputnik / Michail Wosskressenskij
    Lieberman verwies darauf, in Syrien seien modernere Raketenkomplexe S-400 stationiert, die im Dienst der russischen Streitkräfte stehen würden, und stellte klar, bezüglich der S-300-Liferungen interessiere sich Israel dafür, wer diese Raketenkomplexe wie bedienen werde.

    Die Luftangriffe auf das Nachbarland, die in den letzten zwei Jahren nach eigenen israelischen Angaben mehr als 200 Mal geflogen wurden, erklärte der Politiker mit der Notwendigkeit, der Stationierung von iranischen Truppen in Syrien sowie den Versuchen zu Lieferung von modernen Waffen an die libanesische Bewegung Hisbollah entgegenzuwirken.

    „Ich will es mit anderen Worten ausdrücken: (…) `Israel ist groß, aber Zurückweichen geht nicht – hinter uns liegt Jerusalem.` Ich glaube, das widerspiegelt im Großen und Ganzen unsere heutige Situation. Wir versuchen weder fremde Territorien zu besetzen noch den Iran, den Libanon oder Syrien zu vernichten. Vielmehr haben wir in den letzten Jahren immer unterstrichen, dass wir nicht vorhaben, sich in den innensyrischen Konflikt einzumischen. Wir versuchen ausschließlich zu verhindern, dass der Iran Syrien in die vorderste Bastion gegen Israel verwandelt oder das Territorium Syriens als logistisches Zentrum für die Lieferung von besonders effektiven Waffen aus dem Iran in den Libanon an die Hisbollah benutzt“, betonte der Minister.

    Mehr zum Thema: Israel sucht nach neuem Vorwand für Aggression gegen Libanon – Beirut>>>

    „Es ist klar, dass wir es uns nicht leisten können, dass das ganze Territorium Syriens eine große Militärbasis des Irans wird, und dass wir gemäß unseren Interessen handeln werden. (…) Wenn wir genaue Informationen über einen Versuch haben, solche Waffen aus dem Iran nach Syrien oder aus Syrien in den Libanon für die Hisbollah zu liefern, dann handeln wir“, so Lieberman.

    Am 17. September war ein russisches Aufklärungsflugzeug des Typs Il-20 von syrischen S-200-Raketenkomplexen bei der Abwehr eines wiederholten israelischen Luftangriffes abgeschossen worden. 15 russische Offiziere kamen dabei ums Leben. Moskau machte Israel für die Tragödie verantwortlich.

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    Tags:
    Interessen, Militärbasis, Lieferung, Konflikt, Luftangriffe, Luftabwehr S-200, Il-20, S-300, Hisbollah, Russische Streitkräfte, Sergej Schoigu, Avigdor Lieberman, Libanon, Iran, Syrien, Russland, Israel