03:46 17 Oktober 2018
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    US-Dollar (Symbolbild)

    Bloomberg: Dollar-„Tyrannei“ geht ihrem Ende entgegen

    CC BY-SA 2.0 / 401(K) 2012 / dollar bills
    Politik
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    Der Untergang der Dollar-Hegemonie setzt ein, und führende Politiker der Welt streben nun danach, auf die US-Währung zu verzichten. Darüber schreibt die US-Nachrichtenagentur „Bloomberg“.

    Demnach habe der EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker im September die Situation als „absurd“ bezeichnet, in der die Europäer gezwungen seien, ihre eigenen Waren für Dollar zu kaufen. Und der französische Finanzminister Bruno Le Maire habe offen erklärt, dass er Finanzinstrumente haben wolle, die „völlig unabhängig von den USA seien“, schreibt Bloomberg.  

    Russland würde seine in Dollar denominierten Vermögenswerte wegen der steigenden Risiken bei internationalen Verrechnungen reduzieren. Und China stelle die Vorherrschaft der US-Währung auf den Energiemärkten weltweit in Frage, indem es Yuan-Verträge bevorzuge.       

    Solch eine Veränderung der Machtverhältnisse ist laut dem Autor des Artikels eine schlechte Nachricht für die USA. Das unmittelbare Risiko für den Dollar bestehe darin, dass die USA die Politik der finanziellen Sanktionen auch gegenüber ihren Verbündeten in der Welt einsetzen würden. 

    Russlands Präsident Wladimir Putin
    © REUTERS / Alexander Zemlianichenko/Pool
    Als Antwortmaßnahme auf die Eingriffe in ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit würden die Staats- und Regierungschefs der EU offen an einem Zahlungssystem arbeiten, das den europäischen Unternehmen ermöglichen würde, mit den von den Sanktionen betroffenen Ländern Geschäfte zu machen, ohne dabei Gegenmaßnahmen seitens der USA befürchten zu müssen, so die Nachrichtenagentur.

    Auch wenn Europa die Frage der Umgehung der US-Sanktionen nicht so bald lösen werde, sollte der Wunsch danach als Teil der weitverbreiteten Unzufriedenheit mit der Dollar-Dominanz betrachtet werden, die immer stärker werde, heißt es in dem Artikel.

    Derzeit sei einer der Hauptvorteile des Dollars die Schwäche der konkurrierenden Währungen: Die Eurozone habe mehrere Probleme, und China sei immer noch vorsichtig, wenn es um die Offenheit der Kapitalströme und den Welthandel gehe, merkt Bloomberg an.

    Die Beziehungen zwischen den USA und der Europäischen Union hätten sich vor dem Hintergrund des Austritts Washingtons aus dem Atomabkommen mit dem Iran sowie der Einführung von Handelszöllen auf Stahl und Aluminium verschlechtert. Grund dafür seien auch die Drohungen gewesen, Sanktionen gegen den Iran sowie gegen europäische Unternehmen zu verhängen, die dort arbeiten würden. 

    Russland wiederum kaufe aktiv Gold an und stoße US-Staatsanleihen ab, weil das Land die Entdollarisierung seiner Wirtschaft anstrebe.  

    Der Handelskrieg zwischen Peking und Washington gewinne ebenfalls an Fahrt. China habe seine Investitionen in US-Staatsschulden in den letzten sechs Monaten um 7,7 Milliarden Dollar auf ein Minimum reduziert.

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    Tags:
    Risiko, Staatsanleihen, Gold, Russland, China, USA