03:06 20 Oktober 2018
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    einer der US-ABC-Soldaten während der Übungen (Archiv)

    Moskau will Antworten: Testen USA Biowaffen unweit Russlands? Dutzende Tote vermutet

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    Politik
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    Der Kommandeur der ABC-Abwehrtruppen Russlands, Igor Kirillow, hat schwere Vorwürfe gegen Washington erhoben: Man könne mit hoher Sicherheit sagen, dass die USA unter dem Deckmantel von „friedlichen Forschungen“ ihr Biowaffen-Potenzial erhöhen. Es gebe Angaben, wonach die Tests eines US-Medikaments zum Tod von insgesamt 73 Georgiern geführt hätten.

    Das Medikament soll von der Firma Gilead Sciences Inc. des ehemaligen US-Verteidigungsministers Donald Rumsfeld hergestellt worden sein. Dabei soll es um den medizinischen Wirkstoff Sofosbuvir, bekannt unter dem Handelsnamen „Sovaldi“, gehen, der zur Behandlung der chronischen Hepatitis C verwendet wird.

    Das russische Verteidigungsministerium habe die Dokumente geprüft, die zuvor vom georgischen Ex-Minister für Staatssicherheit, Igor Giorgadse, veröffentlicht wurden.

    „Aus den Dokumenten geht hervor, dass die Tests zu massenweisen Todesfällen unter den Patienten geführt haben. Dabei wurden die klinischen Untersuchungen trotz der 24 Toten allein im Dezember 2015 unter Verletzung der internationalen Regeln und gegen den Wunsch der Patienten fortgesetzt. Dies hatte den Tod von 49 weiteren Menschen zur Folge“, sagte Kirillow.

    Sogar bei großen Epidemien werde eine so große Zahl von Toten in Infektionsstationen nicht registriert. Moskau erwarte von den USA und Georgien klare Antworten zu diesen Vorfällen. 

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    Konkret geht es um ein Labor von Richard Lugar im georgischen Dorf Alexejewka. Dort fanden vor einigen Jahren laut Giorgadse tödliche Menschenversuche statt. Washington hat allerdings mehrmals bestritten, dass im Lugar-Zentrum in Georgien Biowaffen entwickelt würden.

    Die Dokumente, die der georgische Ex-Minister veröffentlicht habe, bestätigen laut Kirillow die Befürchtungen in Bezug auf rechtswidriges Vorgehen der USA auf georgischem Territorium, darunter auch deren Versuche, die Biowaffenkonvention zu umgehen.

    Das Interessante dabei ist: Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurde das fragliche Medikament auch in Russland getestet. Dabei sei kein einziger Todesfall registriert worden. „Der praktisch zeitgleiche Tod einer großen Zahl von Freiwilligen gibt Anlass zu der Annahme, dass im Lugar-Zentrum unter dem Deckmantel einer ärztlichen Behandlung eine hochtoxische chemische Substanz oder ein tödlicher biologischer Kampfstoff getestet wurde“, so Kirillow weiter.

    Wie der ehemalige georgische Minister für Staatssicherheit, Igor Giorgadse, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Moskau erklärt hatte, habe er US-Präsident Donald Trump gebeten, ein Ermittlungsverfahren zur Tätigkeit des Richard-Lugar-Labors einzuleiten,  wo nach seiner Behauptung letale Experimente an Menschen vorgenommen worden sein könnten. Giorgadse führte Angaben zum Tod von 30 Personen an, die vermutlich im Dezember 2015 während einer Hepatitis-C-Therapie im Labor gestorben sein sollen. Im April und August  2016 seien 30 bzw. 13 Menschen gestorben. Die jeweilige Todesursache sei als „unbekannt“ bezeichnet worden, es seien jedoch keine Ermittlungen dazu angestellt worden. 

    Laut Giorgadse sind die Probanden nicht namentlich genannt und lediglich mit Nummern in Verbindung mit dem jeweiligen Geburtsdatum und der jeweiligen geschlechtlichen Zugehörigkeit angegeben.

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    Tags:
    Pandemie, Biowaffen, Epidemie, Sovaldi, Sofosbuvir, Gilead Sciences Inc, Pentagon, Igor Giorgadse, Donald Rumsfeld, Richard Lugar, Alexejewka, Georgia, Georgien, USA, Russland