12:20 15 Oktober 2018
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    Nach einem Luftangriff auf den Golan-Höhen (16. Juni 2016)

    Israel bombardiert seit Wochen keine Ziele in Syrien mehr

    © AFP 2018 / JALAA MAREY
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    Der Militärkorrespondent Roy Sharon des israelischen staatlichen TV-Senders Kan hat erläutert, warum die jetzige Krise im Verhältnis zwischen Russland und Israel noch ernstere Folgen haben wird als bislang angenommen. Nach dem Abschuss der russischen Il-20 haben sich laut Sharon die „Spielregeln“ verändert.

    So habe Israel seit zweieinhalb Wochen keinen Luftangriff mehr in Syrien geflogen.

    „Wir haben von (Premierminister Benjamin) Netanhaju und anderen Regierungsvertretern gehört, dass den Militärs befohlen wurde, weiter gegen die Verstärkung der iranischen Präsenz in Syrien vorzugehen. Doch allen ist bereits klar, dass sich die Spielregeln verändert haben“, so Sharon.

    Israel werde von nun an gezwungen sein, auf „andere Mittel“ in Syrien zurückzugreifen, die dort früher nie eingesetzt worden seien.

    Der Militärkorrespondent ging zudem auf einige Eigenschaften der russischen S-300-Luftabwehrsysteme ein: Das seien nicht bloß Raketen, sondern sehr „fortschrittliche Systeme der elektronischen Kriegsführung“, die GPS-Signale unterdrücken und damit Kampflugzeuge, Drohnen und Raketen außer Gefecht setzen können.

    Am Mittwoch wurde ein Video mit der Übergabe der S-300-Systeme an Syrien veröffentlicht. Laut dem Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat Russland vier Abschussanlagen bereitgestellt sowie die EloKa-Systeme erheblich verstärkt. Die für die Bedienung der Komplexe nötige Ausbildung der syrischen Militärs werde etwa drei Monate dauern, so der Minister.

    Am 17. September war ein russisches Aufklärungsflugzeug des Typs Il-20 bei einem Flug in der Nähe des russischen Luftstützpunktes Hmeimim in Syrien abgeschossen worden. Zur gleichen Zeit attackierten vier israelische Jets F-16 syrische Objekte in Latakia. Dabei hatte Israel das russische Militär erst eine Minute vorher über den Angriff informiert. Die russische Il-20 konnte nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums nicht rechtzeitig in eine sichere Zone ausweichen. Moskau beschuldigt Tel Aviv, mit seinem „verantwortungslosen Vorgehen“ die russische Il-20 einem Schlag des syrischen Luftabwehrsystems S-200 ausgesetzt zu haben. 15 russische Militärs kamen bei dem Abschuss ums Leben.

    Am 24. September hatte der russische Verteidigungsminister, Sergej Schoigu, erklärt, Russland werde als Antwort auf den Il-20-Abschuss die Kommandostellen der syrischen Luftverteidigung mit einzigartigen automatisierten Kontrollsystemen ausstatten sowie in den nächsten zwei Wochen ein modernes S-300-Flugabwehrraketensystem an Syrien liefern.

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    Tags:
    Militär, Luftangriff, S-300, Benjamin Netanjahu, Israel, Syrien, Russland