00:39 18 Oktober 2018
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    Präferenz für US-Gas: Gazprom wirft EU unlauteren Wettbewerb vor

    CC BY 2.0 / Ken Hodge / LNG Tanker Energy Progress at Wickham Point in March 2016
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    Die Europäische Union greift laut dem Vize-Vorstandsvorsitzenden des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexander Medwedew, auf Methoden des unlauteren Wettbewerbs bei der Gasmarkt-Regulierung zurück.

    „Der Versuch,  unter politischem Vorwand das Wettbewerbsumfeld zu verändern sowie ungleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, ist sehr gefährlich, weil er wirtschaftliche Folgen herbeiführt“, warnte Medwedew beim „Petersburger internationalen Gas-Forum“.

    Er erinnerte daran, dass viele wirtschaftliche Untersuchungen in Bezug auf Russland durchgeführt worden seien. Jedoch hätte es Moskau geschafft, seine Position zu verteidigen und die Anschuldigungen hinsichtlich eines angeblich wettbewerbswidrigen Verhaltens zurückzuweisen.

    Als Gegenbeispiel erwähnte er Litauen, das die Vergesellschaftung des Gasversorgungstarifs zugunsten eines Wiederverdampfungsterminals für das Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas LNG) einführen wolle, das aus den USA kommen solle.

    „Sie wissen gut, wie viel Geld man ausgeben muss, um eine Tonne Flüssiggas wieder zu verdampfen. Und diese Kosten werden, sozusagen scheinheilig, an die Marktteilnehmer und somit an die Verbraucher weitergeleitet. Und, wie Shakespeare in „Hamlet“ sagte, ‚der Rest ist Schweigen‘. Es folgen keine Handlungen vonseiten der Europäischen Kommission, auch nicht seitens der Regulierungsbehörde, die angeblich unabhängig ist. Dann stellt sich die Frage: Was geschieht da? Es ist unlauterer Wettbewerb", so Medwedew.

    LNG für Litauen

    Litauen hatte als das erste Land in Europa angefangen, amerikanisches Flüssiggas zu importieren. In Klaipėda befindet sich ein Containerschiff für solches Gas, das vom amerikanischen Unternehmen Hoegh LNG unter Beteiligung der koreanischen Firma Hyundai Heavy Industries gebaut wurde.

    Seit 2014 pachtet das Land das Schiff von Hoegh LNG, jedoch läuft der entsprechende Vertrag nach 2024  aus.

    Dabei hatte Litauen die Gas-Tarife für die Bevölkerung im Jahr 2017 um fünf bzw. acht Prozent erhöht. Zudem hatte der Ministerpräsident des Landes, Saulius Skvernelis, gesagt, dass die Verbraucherpreise für Gas im Land vorerst nicht sinken würden. 

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    Tags:
    Flüssiggas, Erdgas, Europäische Union, Gasprom, Alexander Medwedew, Europa, Litauen, USA