09:49 22 Oktober 2018
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    Blick auf den Moskauer Kreml (Symbolbild)

    Im Fall von „russischer Aggression“: Briten wollen Kreml ohne Licht lassen

    © Sputnik / Witalij Belousow
    Politik
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    Das Verteidigungsministerium Großbritanniens erwägt die Möglichkeit, mit massiven Cyberangriffen einen Blackout in Russland herbeizuführen, wenn es zur „Aggression“ seitens Moskau kommen sollte. Dies berichtet die britische Zeitung „Sunday Times“ am Sonntag unter Berufung auf hochrangige Mitarbeiter der Sicherheitskreise.

    Demnach habe Großbritannien – abgesehen von Raketen mit Atomsprengköpfen – nicht genügend Waffen, um sich gegen Russland zur Wehr zu setzen. In diesem Zusammenhang sei die Regierung zu dem Schluss gekommen, dass eine massive Cyberattacke die einzige Alternative zum Einsatz von Atomwaffen sei, falls eine Reaktion auf die „russische Aggression“ erforderlich wäre, so das Blatt.

    Jetzt wolle die Regierung ein Angriffs-Cyberpotenzial entwickeln, um nötigenfalls „das Licht im Kreml auszuschalten“, heißt es in dem Artikel. Vermutlich werde das Großbritannien mehr Möglichkeiten geben, wenn Russland beschließen sollte, die kleinen estnischen Inseln zu besetzen oder in Libyen einzudringen, um die dortigen Ölvorräte unter Kontrolle zu bringen und eine neue Flüchtlingskrise zu provozieren.

    Es werde zudem erwartet, dass Großbritannien mit einem Cyberangriff reagieren könnte, sollten irreguläre russische Einheiten die britischen Truppen angreifen oder die neuen britischen Flugzeugträger bedrohen.

    Zuvor hatte der Kabinettschef von Premierministerin Theresa May, David Lidington, erklärt, dass die westlichen Länder wachsam gegenüber Russland sein und die Cybersicherheit verbessern sollten. Dabei vertrete er die Ansicht, dass man einen Dialog mit Moskau führen sollte.

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    In den letzten zwei Jahren waren Russland mehrfach die Beteiligung an Cyberangriffen gegen andere Staaten sowie Verbindungen zu Hacker-Gruppen vorgeworfen worden. Dafür wurden keine Beweise vorgelegt. Eine weitere Eskalationsstufe wurde erreicht, als das Verteidigungsministerium der Niederlande mitteilte, dass es den Geheimdiensten des Landes gelungen sei, eine „Hackerattacke“ auf die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zu vereiteln. Vier russische Bürger hätten versucht, diese durchzuführen, behauptete das Verteidigungsamt. Die Verdächtigen, die die Cyberangriffe organisiert haben sollen, seien im April ausgewiesen worden.

    Das russische Außenministerium hatte die Vorwürfe der niederländischen Seite als eine „weitere orchestrierte Propagandaaktion“ bezeichnet und zudem betont, dass die „Spionage-Besessenheit“ den Beziehungen zwischen beiden Ländern erheblichen Schaden zufügt. Das Außenamt hatte außerdem darauf hingewiesen, dass die Ankündigung im Vorfeld der OPCW-Sitzung am 10. Oktober erklungen sei und darauf abziele, den „notwendigen“ politischen Hintergrund zu schaffen.

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    Tags:
    Aggression, Cyberattacken, GRU, OPCW, David Lidington, Theresa May, Russland, Großbritannien