02:21 13 Dezember 2018
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    Dänischer Parlamentarier fordert Cyber-Offensive gegen Russland

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    Der neue Chef des dänischen Parlamentsausschusses für Verteidigung, Naser Khader, hat dazu aufgerufen, Russland im Cyberraum anzugreifen. Der Politiker äußerte sich im Interview mit dem Rundfunksender „Danmarks Radio“ zu dem Thema.

    Es ist laut Khader seit langem bekannt, wer die Hackerangriffe weltweit unternimmt, und Dänemark sollte von einer Verteidigungsstrategie zur Offensive übergehen.

    „Es gibt zum Beispiel die Gruppierung 'Fancy Bear'. Sie sind eng mit dem russischen Militärgeheimdienst verbunden. Sie haben sich in die amerikanischen Wahlen eingemischt. Daher sollte man zunächst einmal ihre Basis hacken“, so Khader.

    Er vertraue völlig den Erkenntnissen der US-Geheimdienste, die festgestellt hätten, dass „Fancy Bear“ von der russischen Regierung gesponsert wird.

    „Die Russen versichern, dass sie damit nichts zu tun haben, dass es quasi eine private Gruppe ist. Jedoch wissen alle, dass sie in Wirklichkeit für die militärische Aufklärung Russlands arbeitet. Man muss zeigen, dass wir keine Weicheier sind“, betonte der Politiker.

    Ihm zufolge muss man diese Aktivitäten aber vorsichtig und mit Einsicht unternehmen, und qualifizierte Fachleute mit der Entwicklung konkreter Methoden beauftragen.

    „Es birgt bestimmte Gefahr, wenn wir reihenweise alle hacken, die uns hacken. Ich kann als Parlamentarier nur erklären, dass wir zur Offensive übergehen müssen, wir müssen selbst hacken. Die Experten sollen entscheiden, welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden müssen. Aber man muss vorsichtig sein, man muss klug handeln“, so Khader. Zudem ergänzte er, dass Dänemark über alle Mittel verfüge, die für solche Handlungen notwendig seien, es gebe aber keine politische Entscheidung.

    Dennoch hatten Khaders Äußerungen für gemischte Reaktionen im dänischen Parlament gesorgt. Der für Verteidigungsfragen zuständige Vertreter der Dänischen Volkspartei, Søren Espersen, sei von dieser Initiative nicht begeistert gewesen und hätte gesagt, dass es nicht an Khader sei, den Geheimdiensten des Landes Ratschläge zu geben.

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    Der Vertreter der Sozialdemokratischen Partei, Henrik Dam Kristensen, habe eingeräumt, dass Dänemark nicht, „ewig den Kopf in den Sand stecken“ darf. Jedoch habe er dazu aufgerufen, solche Handlungen zu bedenken, weil eine großangelegte Offensive im Cyberraum für das Land nicht vorteilhaft wäre.

    Letzte Woche hatten Großbritannien, die USA und Kanada Vorwürfe von Cyberangriffen gegen Russland erhoben. Es wird behauptet, dass sieben Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes GRU an Cyberattacken auf das amerikanische Wahlsystem, das Atomunternehmen „Westinghouse“ sowie auf Anti-Doping-Labors beteiligt gewesen sein sollen. Es soll auch Versuche gegeben haben, das britische Außenministerium und die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zu hacken. Dabei hatte der Westen keine Fakten vorgelegt, die diese Version beweisen würden.

    Das russische Außenministerium hatte die Vorwürfe der niederländischen Seite als eine „weitere orchestrierte Propagandaaktion“ bezeichnet und zudem betont, dass die „Spionage-Besessenheit“ den Beziehungen zwischen beiden Ländern erheblichen Schaden zufügt. Das Außenamt hatte außerdem darauf hingewiesen, dass die Ankündigung im Vorfeld der OPCW-Sitzung am 10. Oktober erklungen sei und darauf abziele, den „notwendigen“ politischen Hintergrund zu schaffen.

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    Tags:
    US-Geheimdienste, Offensive, Parlament, Cyberraum, GRU, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Dänemark