00:34 19 Dezember 2018
SNA Radio
    Flugabwehr-Raketensysteme S-400 (Archiv)

    Sanktionen wegen russischer S-400-Systeme? Indien kontert Drohungen aus USA

    © Sputnik / Alexej Malgawko
    Politik
    Zum Kurzlink
    334665

    Indien betreibt laut dem Chef des indischen Generalstabs General Bipin Rawan trotz Drohungen einer Sanktionsverhängung gegen Neu Delhi vonseiten der USA eine unabhängige Politik. Das berichtet die Zeitung „The New Indian Express“.

    „Ja, wir verstehen, dass Sanktionen gegen uns verhängt werden können“. Jedoch verfolgt Neu Delhi laut Rawat „eine unabhängige Politik“, wie er nach seinem sechstätigen Russland-Besuch und Abschluss eines S-400-Deals zwischen Russland und Indien verkündete.

    Rawan ließ zudem wissen, dass sich Russland über eine Festigung der Beziehungen zwischen Neu Delhi und Washington keine Sorgen machen solle. Russland könne sicher sein, dass „wir, obwohl wir Kontakte mit Amerika für den Erhalt einiger Technologien pflegen, eine unabhängige Politik betreiben“. 

    Russland bemüht sich nach Aussagen des Generals um eine Kooperation mit der indischen Armee, „da sie (Russland) verstehen, dass wir (die indische Armee) eine starke Armee sind, die dafür einstehen kann, was wir für richtig halten“.

    Darüber hinaus strebt Indien laut Rawat auch einen Kauf russischer „Kamow“-Hubschrauber und anderer Waffensysteme an.

    Am Freitag war berichtet worden, dass Russland und Indien einen Vertrag über Lieferung von S-400-Raketensystemen an Neu Delhi verabschiedet hätten. Der Erwerbspreis beträgt 5,43 Milliarden US-Dollar. Indien erhält dafür fünf russische S-400-Systeme.

    Der Liefervertrag für diese fünf S-400-Systeme war beim Treffen zwischen dem russischen Präsidenten, Wladimir Putin, und dem indischen Premierminister, Narendra Modi, im Oktober 2016 in Goa vereinbart worden. Laut Informationen aus offenen Quellen hatte der Wert des Deals ursprünglich rund 6,5 Milliarden US-Dollar betragen. Später machte Russland Zugeständnisse an Indien und senkte den Preis.

    Washington zeigte sich über Neu-Delhis Pläne zum Ankauf russischer S-400-Flugabwehrraketensysteme besorgt und schloss gemäß dem US-Sanktionsgesetz CAATSA („Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act“) Strafmaßnahmen gegen Indien wegen Erwerbs russischer Ausrüstung nicht aus.

    Das S-400-System Triumph (Nato-Code „SA-21 Growler“) ist in einer Reichweite von 400 Kilometern gegen alle Luftfahrzeugtypen, von Drohnen bis Marschflugkörpern, wirksam und kann auch taktische Raketen abfangen. Selbst Tarnkappenflugzeuge (Stealth) haben keine Chance. Jedes System kann gleichzeitig 36 Ziele in bis zu 27 Kilometern Höhe mit insgesamt 72 Raketen beschießen. Triumph ist mit vier Raketentypen kompatibel, die sich in puncto Gewicht und Reichweite unterscheiden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Vertrag, Kooperation, Waffen, Sanktionen, S-400, Indien, USA, Russland