04:07 19 Oktober 2018
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    Geldscheine Russlands und der EU

    Moskau hält Wechsel zu Verrechnungen in Euro mit EU für möglich

    © Sputnik / Vladimir Trefilov
    Politik
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    In der ersten Etappe zur Senkung der Abhängigkeit der russischen Wirtschaft vom US-Dollar hält Moskau laut dem russischen Vizefinanzminister Wladimir Kolytschew den Wechsel zu Euro-Verrechnungen mit den US-Partnern für möglich. Dies gelte unter anderem für Lieferungen von Energierohstoffen. Auch für die EU werde dieser Schritt vorteilhaft sein.

    „Hier (…) ist die wichtigste Perspektive, die kurz- bis mittelfristig umzusetzen ist — zumindest in der ersten Etappe — der Wechsel zu Verrechnungen in Nationalwährungen mit unseren EU-Kontrahenten, darunter auch in Euro, darunter auch bei Lieferungen unserer Energierohstoffe", sagte er.

    Dieser Schritt sei auch für Europa vorteilhaft, betonte Kolytschew. Denn einerseits stärke er die Positionen des Euro als Ankerwährung. Andererseits biete er „eine gewisse Sicherheit solcher Lieferungen" in dem Fall, wenn jenseits des Atlantiks „irgendwelche Entscheidungen über US-Dollarverrechnungen" gegenüber den russischen Banken und Rohstoffunternehmen getroffen werden sollten.

    Dabei sei dieser Wechsel zu Euro-Verrechnungen beim Handel mit den EU-Kontrahenten einfacher. Denn der Euro sei im Unterschied zum Yuan bereits eine Leitwährung. Interesse von Seiten der europäischen Firmen sei daher logisch zu erwarten, so Kolytschew.

    Hoffentlich werde der Fortschritt beim Thema Euro-Verrechnungen auch einen Progress beim Thema Verrechnungen in Yuan ins Leben rufen.

    „Wir sehen zurzeit, dass die Unternehmen, gegen die Sanktionen verhängt wurden, Schwierigkeiten bei den Außenhandelsverrechnungen bekommen. Und diese Schwierigkeiten sind unter anderem mit Besonderheiten der Währungskontrolle verbunden", so Kolytschew weiter.

    Vergangenen Mittwoch hatte die russischen Regierung bekannt gegeben, an Maßnahmen zur Senkung der Abhängigkeit der nationalen Wirtschaft vom US-Dollar zu arbeiten. Unter anderem sollten auch Verrechnungen in jeweiligen Nationalwährungen angekurbelt werden, hieß es. Auf die US-amerikanische Währung werde jedoch nicht verzichtet. Am Donnertag hatte der Finanzminister Anton Siluanow verkündet, der Regierung sei ein Plan zur Entdollarisierung der russischen Wirtschaft vorgelegt worden.

    Einen Tag später gab Siluanow bekannt, europäische Partner Russlands sollen sich Gedanken über einen möglichen Verzicht auf den US-Dollar bei Verrechnungen mit Russland machen. Der Übergang zu Euro-Verrechnungen mit europäischen Unternehmen sei eine natürliche Folge der US-Politik, so Siluanow.

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    Tags:
    Nationalwährungen, Verrechnungen, Euro, Senkung, Abhängigkeit, US-Dollar, Russland