01:42 21 Oktober 2018
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    Berel Lazar, Oberrabbiner Russlands (Archiv)

    Oberrabbiner Russlands erklärt seine Äußerung über S-300-Lieferung an Syrien

    © Sputnik / Alexej Filippow
    Politik
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    Der Oberrabbiner Russlands, Berel Lazar, hat seine kritische Äußerung in Bezug auf die Lieferung von S-300-Flugabwehrkomplexen an Syrien gegenüber der israelischen Zeitung „Haaretz“ kommentiert.

    Seine Äußerung erklärte der Oberrabbiner mit den Gedanken über eine „weitere Spannung in der Region“ und mit der Besorgnis über das „gegenseitige Vertrauen“ zwischen Russland und Israel.    

    „Die Katastrophe, in der russische Offiziere gestorben sind, ist eine schreckliche Tragödie, die Trauer und Beileid bei uns sowie bei Millionen anderer Menschen verursachte. Aber eine weitere Spannung, die in der Region entstanden ist, erschwert diese Tragödie. Genau das habe ich gemeint, indem ich über die Lieferung von Flugabwehrkomplexen an Syrien sprach“, sagte Lazar gegenüber Sputnik am Montag.

    Mehr zum Thema: Weitere Bilder von S-300-Lieferung an Syrien im Netz erschienen — VIDEO >>>

    Er sei weder ein Militärexperte noch ein Politiker, um über die Folgen einer solchen Entscheidung zu spekulieren. Aber bei dem Verlust eines so wichtigen Wertes, wie das beiderseitige Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen den Ländern in verschiedenen Bereichen, kann er nicht umhin, Besorgnis und Bedauern zu empfinden, so der Geistliche.   

    Der Oberrabbiner äußerte die Hoffnung, dass ein baldiges Treffen zwischen dem russischen Präsidenten und dem israelischen Ministerpräsidenten das ehemalige Niveau der gegenseitigen Beziehungen zurückbringen werde. 

    Sein Hauptgedanke, den er im Interview für „Haaretz“ klarstellen wollte, sei darauf zurückzuführen, dass die russisch-israelischen Beziehungen dank den bedeutenden beiderseitigen Bemühungen in den letzten Jahren ein äußerst hohes Vertrauensniveau in mehreren Bereichen erreicht hätten: Von Projekten auf den Gebieten Kultur und Ausbildung bis zur Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Terrorismus. „Desto schwieriger ist es zu sehen, wie Bedrohungen für diesen gegenseitig vorteilhaften Prozess entstehen“, so Lazar. 

    Zuvor hatte der Oberrabbiner in einem Interview für die israelische Zeitung „Haaretz“ erklärt, dass er die Entscheidung Moskaus über die S-300-Lieferung an Syrien für einen Fehler halte, der die Probleme in der Region nur vergrößern werde. 

    Am 24. September hatte der russische Verteidigungsminister, Sergej Schoigu, erklärt, Russland werde als Antwort auf den Abschuss des russischen Aufklärungsflugzeugs Il-20 die Kommandostellen der syrischen Luftverteidigung mit einzigartigen automatisierten Kontrollsystemen ausstatten sowie in den nächsten zwei Wochen moderne S-300-Flugabwehrraketensysteme an Syrien liefern. Am 3. Oktober schloss Russland die Übergabe des Flugabwehrraketensystems S-300 an Syrien ab. Die für die Bedienung der Komplexe erforderliche Ausbildung der syrischen Militärs werde etwa drei Monate dauern, so der Verteidigungsminister.

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