11:08 17 Oktober 2018
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    MIlorad Dodik

    Bosnien-Herzegowina: Frischgewählter Staatsanführer will Krim als russisch anerkennen

    © AFP 2018 / Milan RADULOVIC / AFP
    Politik
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    Der neugewählte Staatsanführer von Bosnien-Herzegowina Milorad Dodik vertritt in der dreiköpfigen Staatsspitze des Landes die serbische Ethnie. In einem Interview mit der Zeitung „Iswestija“ hat er über seine Absicht erzählt, die Anerkennung des Krim-Beitritts zu Russland auf Landesebene durchzusetzen.

    „Natürlich werde ich eine solche Initiative vorbringen und beabsichtige, die Anerkennung des Krim-Status auf Ebene von Bosnien-Herzegowina durchzusetzen", so Dodik. Denn die Wiedervereinigung der Halbinsel mit Russland sei nach einem legitimen Referendum erfolgt, das im Einklang mit der Uno-Charta gestanden habe: „Es war ein demokratischer Prozess, bei dem die Einwohner der Halbinsel ihre Haltung geäußert haben".

    Unter anderem verwies Dodik darauf, dass die Krim historisch Russland angehört hatte. Paradox sei, dass der Westen, der immer aktiv gegen den Kommunismus gekämpft habe, zurzeit eine administrative Entscheidung des damaligen UdSSR-Staatschefs Nikita Chruschtschow anerkenne. Persönlich sei er äußerst an einem Besuch der Halbinsel interessiert und insbesondere jetzt, wo sie Russland beigetreten sei. Er wolle das so bald wie möglich tun.

    „Verstehen Sie, all das ist ein großes geostrategisches Spiel. Die Ereignisse auf der Krim erfolgten in einer demokratischeren Atmosphäre als die Loslösung des Kosovo von Serbien. Trotzdem akzeptieren die USA und die meisten ihrer Verbündeten die Unabhängigkeit des Kosovo", äußerte er.

    Dabei gab Dodik zu verstehen, dass er keinen Druck von Kiew in dieser Frage befürchte: „Auf wen kann die Ukraine Druck ausüben? Es kam mehrmals zu einer Reaktion des ukrainischen Botschafters, heute weiß ich jedoch nicht mehr, in welcher Form".

    Grenzkontrollpunkt zwischen der Ukraine und Krim (Archiv)
    © Sputnik / Alexander Polegenko

    Die Ukraine müsse zurzeit ihre innenpolitischen Probleme lösen sowie ihre Außenpolitik definieren. Sie müsse begreifen, dass sich die vom Westen formierte Haltung von Kiew negativ und verhängnisvoll auf das Land ausgewirkt habe. Die Ukraine müsse ihre Beziehungen zu Russland normalisieren, betonte Dodik. „In dieser Situation handelt es sich eher um Druck der westlichen Länder. Und sowas ist oft vorgekommen".  

    Die Krim war im März 2014 — nach gut 22 Jahren in der unabhängigen Ukraine — wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Halbinsel bei einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Anlass für die Volksabstimmung war ein nationalistisch geprägter Staatsstreich in Kiew. Die neue ukrainische Regierung erkennt die Abspaltung der Krim nicht an. Die westlichen Staaten haben den Sturz des Präsidenten Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte Regierung in Kiew akzeptiert, jedoch nicht das Krim-Referendum. Nach dem Beitritt der Halbinsel zu Russland verhängten die USA und die EU Sanktionen gegen Russland und die Krim.

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    Tags:
    Beitritt, Anerkennung, Milorad Dodik, Krim, Bosnien-Herzegowina, Russland