01:44 18 Oktober 2018
SNA Radio
    Flagge von Libyen (Symbilbild)

    Russland strebt Frieden statt Krieg in Libyen an – Experte

    © AFP 2018 / Abdullah Doma
    Politik
    Zum Kurzlink
    41051

    Der Politologe Dmitri Jegortschenkow, Direktor und Koordinator von Nachoststudien beim Institut für strategische Forschungen und Vorhersagen der Russischen Universität der Völkerfreundschaft in Moskau, hat Russlands Politik bezüglich Libyens gegenüber Sputnik kommentiert.

    Der Experte betonte, dass Moskau „gleiche Beziehungen“ zu den verschiedenen „gesunden Kräften“ in Libyen unterstütze. Russland pflege Kontakte „sowohl zum Westen als auch zum Osten, mit der Regierung in Tripolis sowie mit Chalifa Haftar“, dem im Osten Libyens herrschenden Befehlshaber der libyschen Nationalarmee.

    „Wir wollen sehr, dass der politische Dialog in Libyen endlich die Oberhand erlangt. Dass die Zeit des Chaos, die auf das Land nach dem Sturz und Tod von (dem libyschen Anführer Muammar – Anm. d. Red.) Gaddafi eingestürzt ist, letztendlich der Vergangenheit angehört. Dass Libyen kein Herd der Verbreitung von verschiedenen Terrorerscheinungen im Norden Afrikas mehr ist“, so Jegortschenkow.

    Die „britischen Geschichten“, sagte er in Anspielung auf einen Bericht der Zeitung „The Sun” über Russlands angebliche Militärbasen in Libyen, seien „spannend und lenken die Aufmerksamkeit der Zuschauer und Zuhörer auf sich“.

    Objektiv könnte man jedoch nicht von russischen Militärobjekten in Libyen sprechen.

    „Soweit aus offenen Quellen folgt, befinden sich russische Militärs in ägyptischen Regionen, nahe der Grenze zu Libyen, das reicht jedoch aus. Sie beschäftigen sich dort mit der Schulung ägyptischer Militärs, mit nichts anderem“.

    >>>Mehr zum Thema: Russische Botschaft dementiert Berichte über geplante Militärpräsenz in Libyen<<<

    Den so genannten „britischen Quellen“ sollte man nicht glauben. „Sie gieren leider nach Sensationen und erfüllen einen offensichtlichen ideologischen Auftrag“.

    Russland sei in Libyen als einem Staat interessiert und werde das auch weiterhin. Derzeit sei das eher ein „Territorium kämpfender Elitegruppen und Clans“. Moskau sei wegen der „Anwesenheit verbotener Terrororganisationen auf dem Territorium Libyens“ beunruhigt. „Libyen bleibt eine der Quellen dieser Terrorbedrohung“, schloss der Politologe.

    In Libyen ist die Situation seit 2011 instabil. Damals wurde nach der Intervention der Nato der libysche Staatschef Muammar Gaddafi gestürzt. Im Lande herrschen Stammes-Aufständische – bewaffnete Gruppierungen, die sich niemandem unterordnen – vor. Vor diesem Hintergrund prosperieren Drogenhandel und illegaler Waffenhandel, es wurden Fälle von Sklavenhandel verzeichnet.

    Darüber hinaus verwandelte sich das Land de facto in einen Zwischenstopp für Einwanderer aus Afrika nach Europa. Zugleich entstanden in Libyen zwei Machtzentren – in Tripolis ist das die Regierung der nationalen Einigung mit Fayiz as-Sarradsch an der Spitze. Ihm leistet das Parlament in Tobruk unter Vorsitz von Aguila Saleh Issa im Osten des Landes Widerstand. Dort wurde ebenfalls eine Regierung gebildet.

    >>>Weitere Artikel zum Thema: Moskau: Westen verwandelt Libyen in Terror-Hochburg<<<

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Friedensinitiative, Diplomatie, Libyen, Russland