05:39 15 Dezember 2018
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    Flugabwehr-Raketensysteme vom Typ Buk bei Militärparade in Kiew, 24. August 2016

    MH17-Abschuss: OSZE registriert wieder Fla-Raketen Buk in Ost-Ukraine

    © AFP 2018 / GENYA SAVILOV
    Politik
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    Mehr als vier Jahre nach der Katastrophe der malaysischen Boeing bringt die Ukraine nach Angaben der OSZE-Beobachter Luftabwehr-Raketensysteme des Typs Buk im Osten des Landes in Stellung. Der Flug MH17 war im Juli 2014 nach Angaben internationaler Ermittler mit einer Buk-Rakete vom Himmel geholt worden. Alle 298 Insassen kamen damals um.

    Die Special Monitoring Mission (SMM) der OSZE in der Ukraine habe in Konstantinowka zwölf Buk-Systeme der ukrainischen Armee registriert, teilte der russische Botschafter bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, Alexander Lukaschewitsch, am Donnerstagabend mit.

    Konstantinowka (Kostjantyniwka) liegt ca. 50 Kilometer nördlich von Donezk, der Hauptstadt der nicht anerkannten Donezker Volksrepublik, die seit vier Jahren um ihre Unabhängigkeit von Kiew kämpft. Laut den Minsker Abkommen hätten die ukrainische Armee und die Donezker Volksmilizen ihre schweren Waffen von der Frontlinie eigentlich abziehen müssen.

    „Die Streitkräfte der Ukraine stocken an der Frontlinie ihr militärisches Potenzial auf. Die SMM registriert wieder Fla-Systeme Buk“, sagte Lukaschewitsch in einer Sitzung des Ständigen Rats der OSZE. Am 8. Oktober seien zudem zehn 220mm-Mehrfachraketenwerfer Uragan der ukrainischen Armee gesichtet worden, als sie per Schiene nach Rubeschnoje (70 km nordwestlich von Lugansk) verlegt worden seien.

    Lukaschewitsch beschuldigte die Regierung in Kiew, mit der Aufrüstung in der Region die Friedensverhandlungen in Minsk zum Stocken gebracht zu haben. Eine Stellungnahme aus Kiew dazu lag vorerst nicht vor.

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 im damals umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der von Amsterdam nach Kuala Lumpur fliegenden Verkehrsmaschine, darunter 85 Kinder, kamen ums Leben.

    In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen werfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben. Weil die meisten Opfer Niederländer waren, übernahmen die Niederlande die Leitung der Untersuchung. Doch noch vor Beginn der Ermittlungen hatten viele Kiewer und westliche Politiker die ostukrainischen Volksmilizen schon für den mutmaßlichen Abschuss verantwortlich gemacht und Russland eine Verwicklung vorgeworfen.

    Nach Erkenntnissen des internationalen Ermittlungsteams JIT (Niederlande, Australien, Ukraine, Belgien, Malaysia), die seit 2014 zu der Katastrophe ermitteln, wurde die Maschine mit einer Boden-Luft-Rakete der Baureihe Buk abgeschossen. Die ukrainische Regierung bestritt zunächst, über Raketen dieses Typs zu verfügen.

     

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    Buk-Rakete, Donbass, Ukraine