12:45 19 Dezember 2018
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    Sophienkathedrale in Kiew

    Kreml will orthodoxe Christen der Ukraine in Schutz nehmen

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    Politik
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    Russland wird politisch-diplomatische Schritte unternehmen, falls Radikale Repressionen gegen die Ukrainisch-orthodoxe Kirche anwenden sollten, die zum Moskauer Patriarchat gehört, sagte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, gegenüber Journalisten.

    „Sollten sich die Ereignisse zu rechtswidrigen Handlungen entwickeln, wird Russland, das die Interessen der Russischsprachigen schützt, selbstverständlich auch die Interessen der orthodoxen Gläubigen schützen – (Russlands Präsident Wladimir) Putin hat wiederholt davon gesprochen. Das ist eine durchaus begründete und völlig verständliche Position“, so Peskow. Er nahm damit zu Berichten Stellung, dass radikale ukrainische Gruppen feindliche Übernahmen von Gotteshäusern des Moskauer Patriarchats und Angriffe darauf angekündigt hätten.

    Russland werde „ausschließlich mit politisch-diplomatischen Methoden“ darauf reagieren, betonte Peskow.

    Die in der Ukraine bestehende Ukrainisch-Orthodoxe Kirche ist eine selbstverwaltete Kirche innerhalb des Moskauer Patriarchats. Sie umfasst die meisten orthodoxen Gläubigen im Land sowie von der orthodoxen Weltgemeinschaft nicht anerkannte Kirchenstrukturen: das 1990 gegründete Kiewer Patriarchat und die seit 1917 bestehende Ukrainische autokephale orthodoxe Kirche. Die jetzigen ukrainischen Behörden wollen durchsetzen, dass die Unabhängigkeit der Ukrainischen autokephalen orthodoxen Kirche vom Moskauer Patriarchat anerkannt wird.

    Wie der Synod des Konstantinopoler Patriarchats erklärte, hat er damit begonnen, der ukrainischen Kirche eine Autokephalie zu gewähren. Eine weitere Entscheidung des Gremiums geht dahin, die Oberhäupter der beiden nicht-kanonischen Kirchenstrukturen in der Ukraine – Patriarch Filaret Denissenko von Kiew und Metropolit Makari Maletisch – vom Kirchenbann zu befreien.

    Konstantinopel erhob ferner Anspruch auf seine Rechte in der Ukraine und erklärte die Festlegung in einem historischen Brief von 1686 für null und nichtig, die das Moskauer Patriarchat mit dem Recht ausstattete, die Metropoliten von Kiew zu ernennen.

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    Tags:
    Autokephalie, Patriarchat, Kirche, Dmitri Peskow, Ukraine