22:21 16 Oktober 2018
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    Russische Luftwaffe auf dem Luftstützpunkt Hmeimim

    USA und Israel sollen Russlands „listigen Plan“ entlarvt haben

    © Foto : Russlands Verteidigungsministerium
    Politik
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    Die USA und Israel sollen über die jüngsten Pläne Russlands besorgt sein: Moskau will nach Informationen von Debkafiles, einer Webseite der israelischen Militäraufklärung, die S-300-Luftabwehrsysteme mit iranischen Fachkräften ausstatten.

    Moskau habe „heimlich“ beschlossen, die S-300-Systeme von Iranern bedienen zu lassen. Deshalb habe Syrien dieselben Luftabwehrsysteme bekommen, die Russland vor zwei Jahren an den Iran verkauft hatte, und zwar S-300PMU-2. Diese Raketen seien im Iran zum Schutz von Nuklearobjekten stationiert.

    Die Webseite beruft sich auf ihre eigenen Quellen. US-amerikanische und israelische Geheimdienste hätten zudem berichtet, dass die Russen iranische Spezialisten bereits nach Syrien einfliegen ließen.

    Hinter dieser Entscheidung steckt laut der Webseite unter anderem Moskaus Wunsch, seine Soldaten im Fall eines US-amerikanischen oder israelischen Luftangriffs außer Gefahr zu bringen.

    Für Israel verheiße dieser Schritt sowohl Gutes als auch Böses: Einerseits werde es für die israelische Luftwaffe eine Erleichterung sein, zu wissen, dass bei einem Schlag gegen S-300-Systeme keine russischen Militärs zu Schaden kommen würden. Andererseits werde der Iran durch die Bedienung russischer Raketen seine Militärpräsenz in Syrien verstärken können, zumal Teheran Moskaus Entscheidung wohl als grünes Licht dafür aufgefasst habe. Genau das wolle Israels Premierminister aber um jeden Preis verhindern.

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    Wie Debkafiles weiter auf eigene Quellen im israelischen Militär berichtet, lieferte Russland insgesamt 300 S-300-Luftabwehrraketen an Syrien. Alle sollen zuvor einer grundlegenden Überholung unterzogen worden sein. Diese Raketen seien zwar etwas veraltet, allerdings in Top-Kondition.

    Am 17. September war ein russisches Aufklärungsflugzeug des Typs Il-20 bei einem Flug in der Nähe des russischen Luftstützpunktes Hmeimim in Syrien abgeschossen worden. Zur gleichen Zeit attackierten vier israelische Jets F-16 syrische Objekte in Latakia. Dabei hatte Israel das russische Militär erst eine Minute vorher über den Angriff informiert. Die russische Il-20 konnte nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums nicht rechtzeitig in eine sichere Zone ausweichen. Moskau beschuldigt Tel Aviv, mit seinem „verantwortungslosen Vorgehen“ die russische Il-20 einem Schlag des syrischen Luftabwehrsystems S-200 ausgesetzt zu haben. 15 russische Militärs kamen bei dem Abschuss ums Leben.

    Am 24. September hatte der russische Verteidigungsminister, Sergej Schoigu, erklärt, Russland werde als Antwort auf den Il-20-Abschuss die Kommandostellen der syrischen Luftverteidigung mit einzigartigen automatisierten Kontrollsystemen ausstatten sowie in den nächsten zwei Wochen ein modernes S-300-Flugabwehrraketensystem an Syrien liefern.

     

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    Tags:
    Abschuss, Militär, Il-20, S-300, Benjamin Netanjahu, Iran, USA, Russland, Syrien, Israel