02:45 19 November 2018
SNA Radio
    Bewachungsschiff der Ukraine im Asowschen Meer (Archiv)

    „Das ist ziemlich simpel“: Warum die Nato mit Kiew im Asowschen Meer nicht üben darf

    © AFP 2018 / ALEXANDER KHUDOTEPLY
    Politik
    Zum Kurzlink
    3325411

    Die Ukraine darf keine gemeinsame Übung mit der Nato im Asowschen Meer abhalten, weil dafür die Zustimmung Russlands nötig ist. Das sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow im Interview mit mehreren französischen Medien. An der russischen Führung führt da wirklich kein Weg vorbei, betont ein Experte.

    Wenn militärische Schiffe das Asowsche Meer passieren wollen, bedarf es immer einer Zustimmung der russischen Führung, sagt der Chefanalyst des Zentrums für strategische Konjunktur Iwan Konowalow. „Das ist ziemlich simpel: Es gibt ein bilaterales Abkommen zwischen der Ukraine und Russland. Daran führt kein Weg vorbei.“

    >>Andere Sputnik-Artikel: Harpoon-Raketen für Kiew? USA nehmen Asowsches Meer verschärft ins Visier

    Natürlich könne der Vertrag auch verworfen werden. „Für die Ukraine ist das derzeit die Leitlinie: Verträge mit Russland zerreißen“, so der Experte. Aber Russlands Position ändere sich dadurch nicht. „Deshalb ist es unmöglich, irgendwas ohne Russlands Zustimmung im Asowschen Meer zu veranstalten. Natürlich lässt Russland keine Nato-Truppen ins Asowsche Meer durch.“

    Minister Lawrow sagte im Interview außerdem, die Nato sei an der russischen Grenze „sehr aktiv“. Demnach konzentriert die Allianz Waffen, passt die Verkehrsinfrastruktur in Europa an schwere US-Waffentechnik an und hält „offensichtlich provokante Übungen“ in der Ukraine, in Georgien und im Schwarzen Meer ab.

    Das Asowsche Meer wird sowohl von russischen als auch von ukrainischen Schiffen befahren. Das vom Experten genannte bilaterale Abkommen sieht vor, dass ausschließlich Schiffe dieser beiden Staaten die Straße von Kertsch passieren dürfen.

    >>Andere Sputnik-Artikel: Poroschenko zu Abwehr von russischer „Aggression“ am Asowschen Meer bereit

    Kiew nimmt das strategisch wichtige Gewässer zunehmend in den Fokus. Präsident Poroschenko lobte erst vor wenigen Tagen eine Übung der ukrainischen Streitkräfte an der Küste des Asowschen Meeres. Die Armee sei zur Abwehr der „russischen Aggression“ beriet, sagte er.

    Poroschenko hat die ukrainische Regierung angewiesen, Unterlagen zur Grenzregelung mit Russland im Asowschen Meer vorzubereiten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Aggression, Manöver, NATO, Sergej Lawrow, Ukraine, Russland