09:48 18 November 2018
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    Russische Soldaten verteilen Humanitärhilfe in Syrien (Archivbild)

    Schoigu über Rolle russischer Militärs bei IS-Zerfall in Syrien

    © Sputnik / Dmitrij Winogradow
    Politik
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    Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat über die Rolle der russischen Militärs beim Zerfall der Terrormiliz IS* („Islamischer Staat“; Daesh) in Syrien gesprochen.

    „Während des Einsatzes wurden über 87.500 Kämpfer eliminiert, 1411 Ortschaften und mehr als 95 Prozent des syrischen Territoriums befreit“, sagte Schoigu bei seinem Auftritt im Rahmen der 5. Sitzung der ASEAN-Verteidigungsminister und deren Dialogpartner.

    Der russische Verteidigungsminister betonte dabei, dass in Syrien „die Schlüsselortschaften befreit und die Hauptversorgungslinien entsperrt“ worden seien. „Derzeit kontrollieren die syrischen Streitkräfte ein Territorium, auf dem mehr als 90 Prozent der Landesbevölkerung lebt.“

    Die russischen Luft- und Weltraumkräfte hätten während ihres Einsatzes in Syrien mehr als 40.000 Kampfflüge, darunter über 21.000 Nachtflüge, unternommen. Dabei sollen etwa 122.000 Terror-Objekte getroffen worden sein. „Ein großer Teil der Kämpfer wurde dabei eliminiert“, präzisierte er.  „In Syrien haben wir reiche Kampferfahrung bekommen, die wir teilen können“, fügte Schoigu hinzu.

    Russische Minenräumer entminten Schoigu zufolge 6500 Hektar Gelände, 1500 Kilometer Straßen und 19.000 Gebäude.

    Derzeit gebe es alle Bedingungen für den Wiederaufbau Syriens als einheitlichen Staat. „Aber für die Umsetzung dieses Zieles sind die Bemühungen nicht nur Russlands, sondern auch anderer Mitglieder der Weltgemeinschaft notwendig“, betonte der Minister.

    „Dank der zielgerichteten Arbeit des russischen Versöhnungszentrums haben sich mehr als 2500 Ortschaften im ganzen Land dem Versöhnungsprozess angeschlossen“, sagte er weiter.

    Besonders viel Aufmerksamkeit gelte der Lösung humanitärer Probleme in Syrien und der Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Häuser.

    In Syrien wurden laut Schoigu Grenzübergänge für die Flüchtlinge aus dem Libanon und Jordanien eingerichtet. „Ab 18. Juli dieses Jahres haben diese circa 17.000 Menschen passiert. Seit dem Einsatzstart kehrten mehr als 245.000 Zwangsvertriebene nach Syrien zurück. Weitere zwei Millionen Syrer äußerten ihren Wunsch, aus zeitweiligen Aufenthalten im Ausland ins Heimatland zurückzukommen“, sagte der Minister abschließend.

    In Syrien tobt seit März 2011 ein bewaffneter Konflikt zwischen Regierungstruppen, dem dschihadistischen „Islamischen Staat" und militanten, bewaffneten Oppositionsgruppen. UN-Schätzungen zufolge hat der Bürgerkrieg in Syrien mehr als 220.000 Menschen das Leben gekostet.

    Russland hatte 2015 auf Bitte der syrischen Regierung mit einer Anti-Terror-Operation in dem arabischen Land begonnen. Der Löwenanteil der Infrastruktur der Terroristen wurde von der russischen Luftwaffe und durch seegestützte Raketen zerstört. Im Dezember 2017 kündigte der russische Präsident Wladimir Putin den Sieg  über die Terrormiliz IS in Syrien an,  fügte aber  hinzu, einzelne Widerstandsherde der Islamisten in Syrien  könnten noch für einige Zeit bestehen.

    * Islamischer Staat, auch IS, eine in Russland verbotene Terrorvereinigung.

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    Tags:
    Flüchtlinge, Zerfall, Wiederaufbau, Einsatz, Terrormiliz Daesh, Sergej Schoigu, Syrien, Russland