09:12 18 November 2018
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    Michail Botschkarjow nach seiner Freilassung in Norwegen

    Nach wochenlanger Haft: Norwegen muss russischen „Spion“ freilassen

    © AFP 2018 / NTB Scanpix/ Vidar Ruud
    Politik
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    Nach vier Wochen norwegischer Haft ist Michail Botschkarjow am Samstag nach Moskau zurückgekehrt. Der Mitarbeiter im Apparat des Föderationsrats (russisches Parlamentsoberhaus) war am 21. September in Oslo wegen Verdachts auf Spionage festgenommen worden. Ein norwegisches Gericht setzte ihn nun wegen Mangels an Beweisen auf freien Fuß.

    Botschkarjow war am 20. September nach Norwegen geflogen, um an einem internationalen parlamentarischen Seminar teilzunehmen. Am 21. September wurde der 51-Jährige auf dem Flughafen Oslo festgenommen. Der norwegische Geheimdienst PST beschuldigte ihn, Aufklärungsaktivitäten betrieben zu haben.

    Der Mann weist den Vorwurf als absurd zurück. Seine Haft wurde mehrmals verlängert. Am vergangenen Donnerstag lehnte ein norwegisches Gericht eine weitere Haftverlängerung jedoch ab.

    Der Verdacht gegen den Russen habe im Zuge der Ermittlungen nicht bestärkt werden können, hieß es zur Begründung. Nach Zeugenbefragung und Bewertung der Beweisbasis sei das Gericht zu dem Schluss gelangt, dass die „Bedingungen für einen
    begründeten Verdacht nicht erfüllt sind“.

    Der norwegische Geheimdienst legte zuerst Berufung gegen das Urteil ein, zog sie dann aber wieder zurück.

    „Ich wusste, dass alles gut werden wird“

    Am Freitag wurde Botschkarjow aus der Haft entlassen und vorübergehend in der russischen Botschaft untergebracht. Am Samstag kam der Mann in seine Heimat zurück. „Auf dem Flughaben Moskau-Scheremetjewo warteten auf ihn sein Sohn und seine Kollegen“, teilte das Presseamt des Föderationsrats mit.

    „Ich wusste, dass alles gut werden wird“, sagte der „Spion“ nach der Ankunft. „Denn ich bin absolut unschuldig. Die Vorwürfe sind unbegründet.“

    Die Festnahme in Norwegen sei für ihn ein regelrechter Schock gewesen, erzählte Botschkarjow weiter. „Man erklärte mir nichts und nahm mir alle meine Sachen weg. Zudem sei ihm der Telefonanruf verweigert worden. „Meine Familie wusste zunächst nichts von mir. Das war schwer.“

    Das russische Außenministerium hat unterdessen von Oslo eine offizielle Entschuldigung gefordert.

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    Tags:
    Spionage, Föderationsrat, Norwegen, Russland