09:09 18 November 2018
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    Anti-Nato-Protest in Trondheim

    Norweger wollen nicht gegen Nato protestieren – Aktivisten erklären warum

    © Sputnik / Denis Bolotsky
    Politik
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    Eine Woche vor dem Nato-Militärmanöver Trident Juncture, dem größten seit Jahren, kommt es in Norwegen zu Protesten gegen eine Militarisierung des Landes. Die Zahl der Demonstranten ist allerdings bescheiden. Die Aktivisten machen die „gleichgeschaltete“ Berichterstattung norwegischer Medien dafür verantwortlich.

    Am Samstag haben sich mehrere Dutzend Menschen im Zentrum von Trondheim eingefunden, um gegen Wettrüsten und für atomare Abrüstung zu demonstrieren. Die Menge schwenkte rote Fahnen und sang Antikriegslieder.

    Die Stadt liegt unweit vom Militärstützpunkt  Værnes, wo im vergangenen Jahr rund 330 US-Marineinfanteristen untergebracht waren.

    Die Organisatoren räumen ein, dass sich Norweger und vor allem die jüngere Generation nur schwer für Proteste gewinnen lassen. Nach ihren Angaben sind zwischen 60 und 70 Prozent der Bürger für die Nato. Schuld daran sei die „ständige Kriegstreiberei“ in den heimischen Mainstream-Medien.

    „Es ist gar nicht so einfach, an alternative Informationen zu kommen“, sagt Professor Arnulf Kolstad in einem Sputnik-Gespräch. „Es gibt sehr wenige Seiten im Internet, nur ein paar Zeitungen. Wir müssen ins Ausland gehen, um die Wahrheit zu lesen.“

    Laut Kolstad, der seit Jahrzehnten mit der norwegischen Friedensbewegung zusammenarbeitet, ist Jens Stoltenberg ein weiterer Faktor, der die öffentliche Meinung in Norwegen zugunsten der Nato beeinflusst.

    Der frühere norwegische Ministerpräsident ist seit 2014 Generalsekretär des westlichen Militärblocks — und immer noch für viele Norweger ein politisches Schwergewicht.

    „Es war Stoltenberg, der gesagt hat, dass Putin seine Macht stärken wolle“, sagt Kolstad. Für viele Norweger sei das ein Argument für eine weitere Verstärkung der Nato.

    Das Militärmanöver „Trident Juncture“ beginnt am 25. Oktober. Mit rund 50.000 Soldaten aus 30 Ländern soll das die größte Nato-Übung in der Nähe der russischen Grenze seit Jahren werden.

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    Tags:
    NATO, Norwegen