10:26 19 November 2018
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    Atomexplosion (Symbolbild)

    „Unversehrt bleibt wohl kaum jemand“: Politiker appelliert an Selbsterhaltungstrieb

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    Politik
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    Nach dem angedrohten Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag mit Moskau sieht Konstantin Kossatschow die Gefahr eines Atomkrieges. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrats (russisches Parlamentsoberhaus) warnt die Westmächte vor einer neuen „Appeasement-Politik“ und fordert, dem eigenen „Selbsterhaltungstrieb“ zu folgen.

    US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag einen Ausstieg seines Landes aus dem Vertrag zum Verbot von Mittelstreckenwaffen (INF) mit Russland angekündigt. In den vergangenen Jahren hatten sich beide Länder gegenseitig beschuldigt, das wichtige Atom-Abrüstungsabkommen nicht einzuhalten.

    „Wenn man nur die Zeitungsüberschriften liest, sieht die Lage furchtbar aus: Eine Atommacht, einer der beiden Teilnehmer eines grundlegenden Vertrags im Bereich der strategischen Sicherheit, vernichtet diesen einseitig“, kommentierte Kossatschow via Facebook. „Wenn das wirklich passieren sollte, sind die Folgen katastrophal.“

    „Die Alliierten stehen vor einer Entscheidung“

    Der Politiker zog Parallelen zu den Jahren kurz vor dem Zweiten Weltkrieg und rief die US-Verbündeten auf, eine Entscheidung zu treffen: „Die Appeasement-Politik gegenüber dem Aggressor im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs hat schreckliche Folgen für die Menschheit nach sich gezogen.“

    „Damals hatten die westlichen Alliierten diese Linie gemeinsam in München ausgearbeitet und auch umgesetzt. Nun stehen die westlichen Verbündeten der USA vor der Wahl: Entweder denselben Weg — womöglich in einen neuen Krieg — gehen, oder sich auf die Seite der Vernunft schlagen, schon allein aus ihrem Selbsterhaltungstrieb“, so Kossatschow. Und weiter:

    „Denn in einem Atomkonflikt, der mit einem einseitigen Rücktritt der USA vom Vertrag über die Raketen mit mittlerer und kurzer Reichweite deutlich näher rückt, wird wohl kaum jemand unversehrt bleiben.“

    Den einzigen Weg sieht der Politiker in Verhandlungen. So berechtige Artikel 16 des INF-Vertrags jede Partei dazu, Novellen vorzuschlagen. Beratungen unter den übrigen Atomwaffenmächten und eine unverzügliche Diskussion auf der Abrüstungskonferenz in Genf seien dringend erforderlich.

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    Tags:
    Atomkrieg, INF-Vertrag, Konstantin Kossatschew, Donald Trump, USA, Russland