09:27 17 November 2018
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    Vorbereitungen auf das Nato-Manöver Trident Juncture

    Deutsche Steuerzahler sponsern Nato-Manöver mit 90 Millionen Euro

    © AFP 2018 / ANP/ Remko de Waal
    Politik
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    Armin Siebert
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    Am Donnerstag startet in Norwegen das größte Nato-Manöver seit Ende des Kalten Krieges. Insgesamt sollen 50.000 Soldaten üben, einen russischen Angriff abzuwehren. Die Bundeswehr lässt sich den Einsatz ihrer 10.000 Soldaten bei der Nato 90 Millionen Euro kosten.

    Es ist das größte Nato-Manöver seit Ende des Kalten Krieges. Unter dem verschwurbelten Namen „Trident Juncture“ (zu Deutsch „Dreizackiger Verbindungspunkt“) werden ab Donnerstag rund 50.000 Soldaten aus 29 Ländern des Nato-Bündnisses die gemeinsame Abwehr eines „fiktiven“ Gegners üben, wie die Nato erklärt. Schweden und Finnland, die nicht Mitglieder der Nato sind, werden ebenfalls teilnehmen.

    Das nach Gastgeber Norwegen größte Truppenkontingent stellt mit rund 10.000 Soldaten die Bundeswehr. Die Kosten der deutschen Beteiligung am Nato-Manöver sollen sich laut Verteidigungsministerium auf 90 Millionen Euro belaufen.

    Das große Engagement Deutschlands wird auch damit erklärt, dass die Bundeswehr ab Januar 2019 die Führung der neugebildeten schnellen Eingreiftruppe der Nato übernehmen wird. Die Task Force wurde nach der Ukrainekrise gebildet, um möglichst schnell auf Angriffe gegen ein Bündnisland der Nato zu reagieren. Allerdings ist die Ukraine gar nicht Mitglied der Nato. So ist auch bei „Trident Juncture“ klar, dass es sich bei dem simulierten „fiktiven Gegner“ um Russland handelt.

    Die USA als Hauptfinanzier der Nato hatten mehrfach kritisiert, dass viele europäische Mitgliedsstaaten und vor allem Deutschland nicht genug Beiträge für das transatlantische Militärbündnis zahlen. Außerdem spitzt sich der Konflikt zwischen den USA und Russland zu. Die Vereinigten Staaten haben Wirtschaftssanktionen gegen Russland erlassen und aktuell angekündigt, aus dem Abrüstungsvertrag über atomare Mittelstreckenraketen INF auszusteigen. So kann mit diesem Manöver gleichzeitig ein verstärktes Engagement des europäischen Teils der Nato unter Beweis gestellt und Russland gegenüber die Schlagkraft der Nato demonstriert werden.

    Geleitet wird das Nato-Manöver vom US-amerikanischen Admiral James G. Foggo III. Die Übung endet am 7. November.

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    Tags:
    INF-Vertrag, Nato-Übung Trident Juncture, Manöver Trident Juncture, Bundeswehr, NATO, James G. Foggo III, Norwegen, Russische Föderation, Deutschland, USA, Ukraine, Finnland, Schweden