02:06 19 November 2018
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    US-Militärfriedhof (Symbolbild)

    Augusto Zamora: „USA sterben beim Töten Anderer“

    CC0 / pixabay/ PublicDomainPictures
    Politik
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    Washington büßt seine Position als Hegemon zugunsten Eurasiens ein, das von Russland, China und Indien umgebaut wurde. Das schreibt Völkerrechtsexperte Augusto Zamora von der Autonomen Universität von Madrid in seinem neuen Buch „Mehrstimmiges Requiem für den Westen“.

    Indes sei die Europäische Union zu einem unbedeutenden Akteur degradiert. „Aber die USA werden sich nicht einfach so ergeben, sie werden beim Töten Anderer sterben“, lautet die für Washington peinliche Prognose des Schriftstellers.

    In einem Sputnik-Interview rief Zamora auf, sich nicht vom derzeitigen Aufschwung der US-Wirtschaft verführen zu lassen, denn Washington hat sich in eine Sackgasse gesteuert.

    „In den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg entfielen rund 50 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf die USA. Das war das einzige Land, das vom Krieg verschont wurde. Mehr noch. Die USA konnten dank dem Krieg Millionengeschäfte schließen“, fuhr Zamora fort.

    „Derzeit liegt der Anteil der USA am weltweiten BIP bei 18 Prozent. China stieg zur weltgrößten Handelsmacht auf. Russland verwies die USA auf Platz zwei als weltgrößter Weizenexporteur und wird sie bald auch bei den Ausfuhren anderer Getreidekulturen überholen. Die Außenschulden der USA sind auf ein unglaubliches Niveau von 104 Prozent des BIP geklettert.“

    Indes werde die gesamte ökonomische, handelspolitische und geostrategische Karte Eurasiens von Moskau, Peking und Neu-Delhi umgekrempelt, hauptsächlich dank dem Aufbau von Handelskorridoren wie der neuen Seidenstraße, des Nördlichen Seeweges und der Handelsrouten zwischen Russland, Indien und dem Iran.

    Nach Schätzung des Experten lässt dieser Umbau die USA außen vor, die ihre Positionen aber nicht friedlich aufgeben würden. „Washington prüft nicht einmal die Möglichkeit einer friedlichen Beilegung oder von Verhandlungen. All ihre Erklärungen laufen im Grunde genommen auf ein militärisches Szenario hinaus. Ihr gesamtes Verteidigungsprogramm richtet sich auf die Entwicklung von Kampftechnik, mit der sie China und Russland bezwingen möchten“, meinte Zamora.

    In dieses Programm passe die jüngste Anordnung von Präsident Donald Trump, die Zahl der Kriegsschiffe der US-Navy auf 350 zu erhöhen. Das betreffe auch das Potenzial der Luftwaffe, das Washington um ein Drittel aufstocken wolle.

    „Die Amerikaner haben zwei Pläne zur gleichzeitigen Attacke auf Russland und China. In Europa könnte der Angriff auf Russland von der NATO übernommen werden. Und die USA selbst würden China vom Pazifik aus überfallen“, betonte der Experte.

    Er denke, dass der gesamte Westen im Fall eines Konflikts zerstört und vom internationalen Schauplatz verschwinden werde, sollte die Allianz das Joch der USA nicht abschütteln, nicht zu einem unabhängigen Subjekt werden und ihre Beziehungen zu Russland und Eurasien nicht revidieren, sagte Zamora.

    Der auf Völkerrecht und internationale Beziehungen spezialisierte Augusto Zamora unterrichtet auch an der Nationalen Universität von Nicaragua. Er ist eingeladener Professor an mehreren Universitäten Europas und Lateinamerikas.

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    Tags:
    Kriegsgefahr, Forscher, Vernichtung, Eskalation, Genozid, BIP, INF-Vertrag, Der Zweite Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Donald Trump, Westen, Europa, Spanien, Indien, Iran, USA, Russland, China