16:24 04 Dezember 2020
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    Der Experte Dmitri Michejew hat in einem Interview mit dem Rundfunksender Sputnik erläutert, warum der ehemalige Befehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa, Generalleutnant a.D. Ben Hodges, einen Krieg der USA gegen China in 15 Jahren als hochwahrscheinlich eingestuft hatte.

    Hodges tätigte diese Äußerung am Mittwoch beim Warschauer Sicherheitsforum und fügte hinzu, die USA würden einen starken europäischen Pfeiler brauchen — denn sie seien „nicht fähig, alles zu tun, was sie in Europa und im Pazifik tun müssen, um mit der chinesischen Bedrohung fertig zu werden".

    Laut Michejew muss der Äußerung des pensionierten Generalleutnants Beachtung geschenkt werden, da solche Personen ihren Einfluss und ihre Kontakte auch im Ruhestand beibehalten:

    „Hodges und andere Ruheständler vertreten den sogenannten „tiefen Staat" (Deep State), der versucht, die Entscheidungen der Regierung zu beeinflussen. Sie setzen ihre Beziehungen ein, um die Politik zu richten. Das ist ein sehr ernstzunehmender Fakt, denn man darf solche Personen nicht als „Ex" einstufen. Nach ihrem Rücktritt erhalten sie den Kontakt mit den amtierenden Beamten aufrecht, sie bekommen Verträge und so weiter".

    Diese Persönlichkeiten seien ein sehr wichtigen Teil des US-Establishments, allerdings nicht des politischen Establishments, so Michejew. Die ehemaligen Chefs der CIA, des FBI, der NSA und ähnliche Ruheständler würden eine „Community" darstellen.

    Ein General a.D. spiegele die Ansichten des Establishments wider, allerdings nicht offiziell, und äußere daher seinen Gesichtspunkt ungezwungener. Daher sei es sehr interessant, solchen Personen zu folgen:

    „Ich wurde mehrmals damit konfrontiert, dass sie auf verschiedenen Foren ihre persönliche Meinungen kundgaben. In der Tat wird dadurch eine bestimmte Haltung zum Ausdruck gebracht", betonte er.

    Allerdings sei Hodges` Warnung vor einem bewaffneten Konflikt mit China, der angeblich in 15 Jahren hochwahrscheinlich sei, nicht im direkten Sinne des Wortes zu verstehen, zeigt sich der Experte sicher.

    „In diesem Fall ist das, was Hodges verlautbarte, natürlich Unsinn. Sein Ziel ist, europäische Verbündete im Rahmen der Nato zu halten und auf die Notwendigkeit der weiteren Finanzierung sowie Solidarität zwischen den Europäern und den US-Amerikanern zu verweisen. Es ist ein unverhülltes Lobbying von großen Verteidigungsausgaben", so Michejew abschließend.

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    Tags:
    Krieg, Frederick Ben Hodges, China, USA