13:48 01 April 2020
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    VIDEO Nato übt Bündnisfall – Doch wer will die Nato überhaupt angreifen?

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    In Norwegen hat das größte Manöver begonnen, das die Nato seit dem Ende des Kalten Krieges organsiert hat. „Trident Juncture 18“ soll die Reaktionsfähigkeit nach einem Angriff auf ein Mitgliedsland testen. Doch wer würde es wagen, die Nato anzugreifen?

    Die Streitmacht, die derzeit in Norwegen und in seinen Gewässern aktiv ist, beeindruckt. 50.000 Soldaten und Zivilbeschäftigte, 10.000 Fahrzeuge, 250 Flugzeuge, 65 Schiffe, darunter ein Flugzeugträger der sogenannten Nimitz-Klasse, mitsamt einem obligatorischen Begleitverband. Die Norweger werden aus dem Staunen nicht herauskommen, bedenkt man, dass die norwegische Armee in Friedenszeiten nur rund 18.000 Soldaten unterhält. Vielleicht wird sich der eine oder die andere etwas besorgt fragen, was ist passiert?

    >>Andere Sputnik-Artikel: Stoltenberg beziffert anstehende Nato-Übung an russischer Grenze

    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg kennt seine Norweger, war er doch mehr als neun Jahre ihr Ministerpräsident. Ein aufwendig produzierter Spot der norwegischen Streitkräfte wirbt seit den Sommermonaten für das größte Militärmanöver, das die Nato seit dem Ende des Kalten Krieges veranstaltet hat. Gegenstand der Übung ist der sogenannte Bündnisfall, also eine militärische Aggression gegen ein Mitgliedsland.

    Warum dann die Nicht-Nato-Staaten Finnland und Schweden teilnehmen, ist genauso fragwürdig wie die Annahme, irgendein Staat erwäge, das schlagkräftigste Militärbündnis der Menschheitsgeschichte anzugreifen. Dass die Großübung in Wahrheit als Drohkulisse für Russland gedacht ist, daraus machten Nato-Offizielle keinen Hehl. Allerdings bemüht sich die Nato, die Aktivitäten von Trident Juncture nicht zu nah an die russischen Grenzen heranzutragen. Und die Einladung russischer Beobachter und ihre Entsendung werden allgemein ebenfalls als Zeichen der gegenseitigen Vertrauensbildung interpretiert.

    Die ist allerdings auch nötig, denn ein wesentlicher Bestandteil des Manövers ist der Test der Fähigkeiten des neuen Nato-Verbandes VJTF, was für „Very High Readiness Joint Task Force“ steht. Gemeint ist die neue schnelle Eingreiftruppe der Nato. Solche vergleichsweise flexiblen Truppen sind natürlich nicht nur für reaktive Einsätze nützlich. Das Oberkommando des VJTF hat die Bundeswehr. Was vielleicht den großen Anteil Deutschlands an Trident Juncture erklärt. Ein Fünftel der Soldaten und rund 90 Millionen Euro kommen aus Deutschland. Allerdings war auch schon zu Zeiten der regelmäßigen Nato-Übungen während des Kalten Krieges der deutsche Anteil an solchen Manövern sehr hoch.

    >>Andere Sputnik-Artikel: Deutsche Steuerzahler sponsern Nato-Manöver mit 90 Millionen Euro

    In Deutschland kritisiert nur die Linkspartei „Trident Juncture 18“. Das offizielle Logo zeigt neben dem der Nato ein stilisiertes Wikingerschiff mit der norwegischen Flagge. Die Wikinger gelten allgemein als ein Volk, das sich gerne selbst bei seinen Nachbarn einlud und sich dabei gleich auch die Andenken selbst aussuchte, um es mal höflich zu umschreiben. Ob ein solches Logo also wirklich vertrauensbildend wirkt, müssen andere beurteilen.

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    Tags:
    Drohung, Manöver, Die LINKE-Partei, NATO, Norwegen, Schweden, Finnland, Russland
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