21:46 18 November 2018
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    Autokolonne der OSZE-Beobachtermission im Donbass (Archivbild)Der stellvertretende Chefbeobachter der OSZE-Spezialmission in der Ukraine, Alexander Hug (Archivbild)

    Angebliche Donbass-Präsenz russischer Truppen: US-Magazin redigiert OSZE-Erklärung

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    Die US-Zeitschrift „Foreign Policy“ hat die Worte des stellvertretenden Leiters der Special Monitoring Mission (SMM) der OSZE, Alexander Hug, über das Fehlen unmittelbarer Beweise für Russlands Beteiligung am Donbass-Konflikt aus seinem jüngsten Interview gestrichen. Hug kommentierte die Entscheidung des Magazins.

    Das Gespräch wurde am Donnerstag auf der Internet-Seite der Zeitschrift veröffentlicht. Laut einer Fußnote sagte Hug, dass die OSZE keinen unmittelbaren Beweis für Russlands Anwesenheit in der Ostukraine gesehen habe. Das Magazin strich jedoch diese Worte später aus dem Text und ersetzte sie mit Auslassungspunkten.

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    „Wir haben diese Bemerkung entfernt, da sie seine (Hugs – Anm. d. Red.) beabsichtigte Meinung nicht vermittelte“, so „Foreign Policy“.

    Im Text des Interviews blieben nur die von Hug aufgezählten Beobachtungen, die die OSZE-Mission im Donbass gesammelt habe: Kolonnen, die Ukraine verließen und diese einreisten, an Stellen, wo es keine offiziellen Grenzübergänge gebe, sowie Ausrüstung für die elektronische Kampfführung.

    Die Mission habe außerdem mit Gefangengenommenen gesprochen, die behauptet haben, Angehörige der russischen Streitkräfte zu sein.

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    „Wir haben Männer mit den Abzeichen der Russischen Föderation gesehen, man kann diese Jacken jedoch überall kaufen. Wir haben auch die Abzeichen Deutschlands, Spaniens und anderer Länder gesehen“, so Hug.

    Später erklärte er vor der Presse, dass der Text seinen Standpunkt nicht widerspiegele.

    „Der gestern (in „Foreign Policy“ – Anm. d. Red.) veröffentlichte Text hat irregeführt und spiegelt meinen Standpunkt nicht wider“, sagte der stellvertretende SMM-Leiter der OSZE.

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    Die richtige Version des Textes sei bereits der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. „Wie ihr wisst, ziehen wir keine Schlussfolgerungen auf der Basis der von uns festgestellten Tatsachen und liefern keine Beweise“.

    Die Fakten, die die Mission ermittelt habe, „sprechen für sich selbst“.

    Im Osten der Ukraine schwelt seit mehr als vier Jahren ein militärischer Konflikt. Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen in die östlichen Kohlefördergebiete Donezk und Lugansk geschickt, nachdem diese den nationalistischen Staatsstreich in Kiew nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten.

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    Die Regelung der Situation im Donbass wird unter anderem bei den Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Minsk erörtert, die seit September 2014 drei Dokumente verabschiedet hat, in denen Schritte zur Deeskalation des Konfliktes festgelegt sind. Aber selbst nach Vereinbarung der Waffenruhe gibt es weiter Schusswechsel zwischen den Konfliktparteien.

    Kiew hatte Moskau mehrmals Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Ukraine und insbesondere eine militärische Beteiligung am Konflikt im Südosten des Landes vorgeworfen. Russland weist die Vorwürfe zurück und bestreitet jede Verwicklung in den innerukrainischen Konflikt.

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