09:26 17 November 2018
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    WikiLeaks-Gründer Julian Assange (Archivbild)

    Anwalt von Assange nennt Bedingungen für Auslieferung an britische Justiz

    © AP Photo / Kirsty Wigglesworth
    Politik
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    Carlos Poveda, der ekuadorianische Anwalt des Wikileaks-Gründers Julian Assange, hat gegenüber Sputnik die Bedingung genannt, unter der sein Mandant bereit ist, sich den britischen Behörden zu stellen.

    „Diese Bedingung muss in schriftlicher Form sein, wie ein Abkommen zwischen den Ländern (Ecuador und Großbritannien), wo fest steht, dass es keine Auslieferung weder an die USA noch an Drittländer gibt…Sollte diese Bedingung erfüllt werden, wird Assange vor einem britischen Gericht stehen“, sagte Poveda.

    Ecuadors Generalstaatsanwalt Íñigo Salvador Crespo hatte am Donnerstag zwei mögliche Varianten unterbreitet, auf welche Weise sich die Situation um den Wikileaks-Gründer Julian Assange entwickeln kann. Assange selbst verzichtete später auf die beiden Varianten.

    Die erste Variante sei, sich den britischen Behörden unter von Ecuador erhaltenen Garantien zu stellen. Und zwar für die Dauer von nicht mehr als sechs Monaten und unter der Bedingung, in kein anderes Land ausgeliefert zu werden.

    Die zweite Variante sieht demnach den Verbleib in der ecuadorianischen Botschaft in London unter Berücksichtigung bestimmter Regeln vor.

    Julian Assange sitzt seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Er hatte dort Zuflucht gesucht, nachdem er in Großbritannien alle Rechtsmittel gegen einen Antrag Schwedens auf seine Auslieferung ausgeschöpft hatte. In Schweden werden dem gebürtigen Australier Vergewaltigung und sexuelle Belästigung vorgeworfen.

    Mehr zum Thema: Wollte Assange Zuflucht in Russland nehmen? AP enthüllt Geheimnisse

    Ecuadors Regierung hatte Ende März alle Kommunikationsverbindungen Assanges gekappt. Nach Behördenangaben gefährden das Verhalten und die Beiträge des Wikileaks-Gründers in den sozialen Netzwerken die guten Beziehungen zu Großbritannien sowie zu anderen EU-Ländern und Staaten der Welt. Der ecuadorianische Präsident Lenín Moreno hatte zuvor erklärt, Assange könnte die Botschaft des Landes in London jeder Zeit verlassen, wenn seine Rechte gewahrt würden.  Moreno hatte betont, er wolle einen Ausweg aus der Situation mit Assange „ohne Probleme für sein eigenes Land“ finden. Deshalb würden Beratungen mit den britischen Behörden und Vertretern des Wikileaks-Gründers durchgeführt. Der ecuadorianische Außenminister José Valencia verwies darauf, das Problem von Assange müsse gelöst werden – er könne nicht ewig auf dem Territorium der Botschaft bleiben.

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    Tags:
    Garantien, Bedingung, Behörden, Anwalt, Auslieferung, EU, WikiLeaks, Lenín Moreno, Julian Assange, USA, Ecuador, Großbritannien