19:14 20 November 2018
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    Sicherheitsberater des US-Präsidenten, John Bolton, in Eriwan, 25. Oktober 2018

    Moskau über Boltons „Frechheit“ in Armenien empört

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    Politik
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    Eine Äußerung des Sicherheitsberaters des US-Präsidenten, John Bolton, die er in der armenischen Hauptstadt Eriwan gemacht hat, hat in Moskau für Entsetzen gesorgt. Das Außenministerium sprach von einer „Frechheit“.

    Bolton soll bei seinem Besuch in Armenien in der vergangenen Woche das kaukasische Land indirekt dazu aufgerufen haben, die Freundschaft mit Russland zu überdenken. Konkret soll Bolton gefordert haben, dass Armenien in seinen internationalen Beziehungen auf „historische Klischees“ verzichte. Moskau sah in dieser Aussage eine klare Anspielung auf die traditionelle Freundschaft mit Russland. Der Präsidentenberater hatte außerdem für US-amerikanische Waffen geworben.

    Das russische Außenministerium zeigte sich am Montag empört und verglich Boltons Worte mit einer früheren Erklärung des US-Botschafters in Armenien, Richard Mills. Dieser hatte zuvor von Washingtons langer gezielter Unterstützung bestimmter Gruppen im kaukasischen Land gesprochen. Der Botschafter versprach zudem, Eriwan 26 Millionen US-Dollar zur „Stärkung der Zivilgesellschaft und Medien“ zur Verfügung zu stellen.

    „Man könnte meinen, dass es an Frechheit, die man von einer direkten Einmischung in die inneren Angelegenheiten nur schwer unterscheiden kann, nicht zu überbieten ist. Wie sich herausgestellt hat, ist das nicht der Fall“, hieß es im Außenministerium.

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    Bolton habe zudem betont, dass er vom armenischen Premierminister Nikol Paschinjan nach der Parlamentswahl Schritte in Bezug auf die Regelung des Bergkarabachkonflikts erwarte. „Natürlich hat er nicht vergessen, für US-Waffen Werbung zu machen, die Armenien statt den russischen kaufen soll“, hieß es weiter.  Die US-Waffen seien „auf jeden Fall besser“ als die russischen, betonte der US-Beamte.

    Der armenische Parlamentarier Wagram Bagdasarjan kommentierte die Worte Boltons und betonte dabei, dass Eriwan keine historischen Klischees, sondern nationale Werte habe. Ein Verzicht auf diese Werte sei unzulässig. Der Politiker riet den Ländern der Minsker Gruppe der OSZE, auf das „Erwecken des Interesses an Waffen“ zu verzichten, weil dies einer Ermutigung zum Krieg gleichkomme.

    Zuvor hatte der armenische Verteidigungsminister David Tonojan erklärt, dass sein Land momentan keine US-Waffen brauche.

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    Tags:
    Freundschaft, Beziehungen, Waffen, Nikol Paschinjan, John Bolton, Armenien, USA, Moskau, Russland