18:16 20 November 2018
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    Raketensystem Iskander während des Manövers nahe St. Petersburg (Archivbild)

    Gefahr durch russische Raketen? USA brauchen Drohkulisse für Wettrüsten

    © AP Photo / Russian Defense Ministry Press Service
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    US-Medien schreiben in letzter Zeit über die Anfälligkeit amerikanischer Militärstützpunkte gegen russische Raketen. Wozu das Pentagon solche Medienberichte braucht - darüber spricht der russische Experte Alexander Perendschijew im Interview mit Sputnik.

    Washington legte lange Zeit enorm viel Wert auf die Abwehr von ballistischen Raketen, aber die Amerikaner haben offenbar eine andere große Gefahr übersehen – russische und chinesische Marschflugkörper und Drohnen, die US-Stützpunkte im Ausland vernichten könnten, schrieb dieser Tage die Zeitschrift „The National Interest“ unter Berufung auf eine Studie des amerikanischen Center for Strategic and Budgetary Assessments.

    „Nach dem Kalten Krieg konzentrierte sich das US-Verteidigungsministerium vor allem auf die Aufstellung von boden- und seegestützten kinetischen Waffen, um ballistische Raketen abzufangen“, geht aus der Studie hervor.

    Inzwischen aber haben Russland und China immer mehr lenkbare Waffen, die US-amerikanische Militärstützpunkte gefährden.

    Die oben genannte Denkfabrik in Washington präsentierte eine große Liste von Gefahren, die für die US-Stützpunkte bestehen. Unter anderem geht es um russische Raketenkomplexe „Iskander“ und Hyperschallkomplexe „Kinschal“, die US-Stützpunkte in Europa zerstören könnten.

    Die Autoren halten es für unwahrscheinlich, „dass die Raketenabwehragentur genug Erfahrungen und Finanzmittel hat, um ein viel zuverlässigeres ‚System von Systemen‘ zu entwickeln, das in der nächsten Zukunft imstande wäre, die wichtigsten Infrastrukturobjekte in den USA sowie amerikanische Militärobjekte im Ausland vor massivem Salvenfeuer zu schützen“, so „National Interest“.

    Der Dozent der Russischen Wirtschaftsuniversität „Georgi Plechanow“, Mitglied des Expertenrats „Offiziere Russlands“, Alexander Perendschijew, ging in seinem Interview für Sputnik darauf ein, welche Ziele die Amerikaner bei der Veröffentlichung dieses Beitrags verfolgt haben könnten.

    „Dieser Artikel soll die öffentliche Meinung in den USA prägen, die großen Rüstungsausgaben, die noch weiter steigen werden, rechtfertigen. Da hat niemand etwas ausgelassen – das ist für naive ‚kleinkarierte Menschen‘ bestimmt, die lesen werden, dass Analysten etwas übersehen hätten. In Wahrheit aber verfolgen ihre Analysten die Situation nicht anders als bisher. Im Pentagon sind die Informationstechnologien generell ganz normal entwickelt. Nach all den Erklärungen Trumps, ein Wettrüsten, insbesondere im nuklearen Bereich, wäre dringend nötig, wird die öffentliche Meinung einem großen Druck ausgesetzt. Um diese oder jene Entscheidung voranzutreiben, ist die entsprechende ‚Unterstützung‘ im Informationsraum nötig. In diesem Fall ist es vor allem auf das Publikum innerhalb des Landes ausgerichtet.  Und ich würde das nicht für bare Münze nehmen“, so Perendschijew.

    Zuvor hatte der US-Politologe James Acton gegenüber „National Interest“ erklärt, dass man in Washington die eigene Unfähigkeit eingeräumt hätte, den russischen Hyperschallwaffen widerstehen zu können. Nach seinen Worten wurde das Raketenabwehramt mit der Tatsache konfrontiert, dass moderne amerikanische Abfangsysteme nicht imstande sind, sehr manövrierfähige Hyperschallraketen ihrer Gegner in den Griff zu bekommen.

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    Tags:
    US-Stützpunkt, Anlass, Grund, US-Militärbasis, Gefahr, Rüstung, Kinschal, Iskander, The National Interest, Pentagon, Verteidigungsministerium Russlands, USA, Russland