23:23 12 November 2018
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    Jair Bolsonaro grüßt seine Anhänger

    Lobte Deutsche Bank ultrarechten Präsidenten Brasiliens? Das könnte Kunden kosten

    © REUTERS / Pilar Olivares
    Politik
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    Bolle Selke
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    Vor seiner erfolgreichen Kandidatur als brasilianischer Präsidenten galt der rechte Kandidat Jair Bolsonaro als extremer Außenseiter. Der ehemalige Offizier beschimpft Minderheiten, lobt die brasilianische Militärdiktatur und hält Hitler für einen „großen Strategen“. Für die Deutsche Bank ist er allerdings der „Wunschkandidat der Märkte“.

    Jair Bolsonaros ist neuer Präsident von Brasilien. Bei einer Stichwahl gewann er mit 55,14 Prozent der Stimmen gegen Fernando Haddad, einen Kandidaten der linken Arbeiterpartei PT. Bolsonaros politischer Stil wird mit jenem von Donald Trump verglichen. Auf Deutschlandfunk wurde der neue brasilianische Präsident als rechtsextrem bewertet. Er verherrlicht die Militärdiktatur der 60er Jahre in Brasilien, hetzt gegen politische Gegner und Minderheiten und kündigte „beispiellose Säuberungen“ an. Er möchte das Waffenrecht liberalisieren, ist gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und möchte die Rechte der indigenen Bevölkerung im Amazonas-Gebiet einschränken.

    All das scheint für die Deutsche Bank nebensächlich zu sein. Für sie ist Jair Bolsonaro der „Wunschkandidat der Märkte“, wie sie auf Twitter Anfang Oktober mitteilte.

    Die Deutsche Bank mit bedeutenden Niederlassungen in London, New York City, Singapur, Hongkong und Sydney, wird von manchen durchaus als „Vertreterin der Märkte“ angesehen. So ließe sich ein gewisses Wunschdenken aus dem Tweet herauslesen. Zumindest aber wird Bolsonaro in dem Tweet auf seinen etwaigen wirtschaftlichen Aspekt reduziert. Die Kommentare auf Twitter ließen nicht lange auf sich warten:

    Der unbedachte Tweet dürfte die Deutsche Bank immerhin einige Privatkunden gekostet haben:

    Und so weiter und so fort. Die Deutsche Bank sah sich schließlich genötigt, auf Twitter eine Klarstellung zu veröffentlichen.

    Bei dem Tweet handele es sich lediglich um eine Auswertung der Markteinschätzung. Jörg Eigendorf, Konzernsprecher der Deutschen Bank, spricht von einer „Lehrstunde“:

    „… und nochmals: Wir bedauern, dass wir hier Raum für Missverständnisse gelassen haben.“

    Doch so schnell will das Netz nicht vergessen:

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    Tags:
    Präsidentenwahl, Kapitalismus, Twitter, Deutsche Bank, Jair Bolsonaro, Brasilien, Deutschland