18:16 20 November 2018
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    Friedrich Merz

    CDU-Vorsitz: Merz ist der Wunschkandidat der Konservativen

    © AFP 2018 / John Macdougall
    Politik
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    Bolle Selke
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    Mit einem „anderen Gesicht, aber gleichen politischen Inhalten“ lassen sich keine Wähler zur CDU/CSU zurückholen, sagt Stefan Koch. Ginge es nach dem Sprecher der Werte-Union, einem konservativen Dachverband innerhalb der Union, wäre Friedrich Merz der beste Kandidat für den CDU-Parteivorsitz.

    Die hohen Verluste bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen ließen sich, zumindest in Bayern teilweise, in Hessen aber vollständig, auf die Unzufriedenheit mit der Bundespolitik der Regierung zurückführen, erklärt Stefan Koch. Er ist Sprecher der Werte-Union, eines Dachverbands von konservativen und wirtschaftsliberalen Mitgliederinitiativen innerhalb der CDU und CSU.

    Merkels Fehler korrigieren

    Deswegen sei es auch der richtige Schritt von Angela Merkel, nicht erneut als Bundesvorsitzende anzutreten. Nun gehe es erstmal darum, nicht eine Person, sondern Inhalte zu ersetzen. Koch erklärt im Sputnik-Interview:

    „Ich wünsche mir eine neue Bundesvorsitzende, einen neuen Bundesvorsitzenden, der gerade bei den Fehlern, die Angela Merkel seit 2015 in der Asyl- und Migrationspolitik gemacht hat, aber natürlich auch bei der Euro-Rettungspolitik und der Energiewende, andere Akzente setzt. Da gibt es natürlich Leute, die mir persönlich und auch der Werte-Union näher stehen – sprich konservative Kandidaten. Wer weiß, wer da noch kommt. Wir sind noch relativ früh im Findungsprozess. Ich persönlich schätze Friedrich Merz sehr. Merz wäre sicherlich einer, dem man sehr gut zutrauen könnte, die CDU wieder nach vorne zu bringen.“

    Ende der Kanzlerschaft von Angela Merkel?

    Annegret Kramp-Karrenbauer stehe wiederum sehr stark für die Politik von Angela Merkel. Koch bezweifelt, dass der CDU damit ein Neubeginn gelingen könne. Man müsse die Chance nutzen und „verlorengegangenes Vertrauen bei Leuten rechts der Mitte, Leuten, die uns teilweise Jahrzehnte gewählt haben und jetzt zur AfD gewechselt sind oder, wie in Hessen, gar nicht mehr gewählt haben, zurückholen“. Mit „nur einem anderen Gesicht, aber gleichen politischen Inhalten“ würde dies nicht klappen, so der Konservative.

    Ob Angela Merkel auch nach dem Wechsel an der Parteispitze Bundeskanzlerin bleibe, hänge maßgeblich davon ab, wer neuer Bundesvorsitzender werde. Koch erläutert:

    „Sollte das Annegret Kramp-Karrenbauer werden, dann glaube ich schon, dass sie das Amt bis zum Ende der Legislaturperiode ausüben wird. Dort ist auch eine inhaltliche Nähe gegeben. Sollte sich ein anderer Kandidat, der eher konservativer und wirtschaftsnäher eingestellt ist, durchsetzen, könnte ich mir gut vorstellen, dass 2019 dann auch das letzte Jahr der Kanzlerschaft Angela Merkels ist.“

    Das komplette Interview mit Stefan Koch zum Nachhören:

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    Tags:
    Konservative, Parteivorsitz, CDU, CSU, Friedrich Merz, Jens Spahn, Stefan Koch, Annegret Kramp-Karrenbauer, Angela Merkel, Hessen, Bayern