19:18 20 November 2018
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    Nato-Kriegsschiffe während des Manövers Trident Juncture 2018

    Nato fürchtet Russlands „militärisches Abenteurertum“ – Quelle

    © AFP 2018 / Jonathan Nackstrand
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    Die seit den letzten Jahren umfangreichsten Nato-Militärübungen „Trident Juncture“ sollen laut einer nicht genannten europäischen diplomatischen Quelle, die der Nordatlantischen Allianz nahesteht, Russland vor „militärischem Abenteurertum“ warnen.

    Das seit dem Ende des Kalten Krieges größte Militärmanöver der Nato „Trident Juncture“ findet vom 25. Oktober bis 7. November in Norwegen statt. Am Szenario einer gemeinsamen Defensive beim Angriff eines vermutlichen Gegners sind 50.000 Militärs, Kräfte und Mittel aller 29 Verbündeten sowie ihrer Partner – Schwedens und Finnlands – beteiligt. Wie der Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zuvor erklärte, seien die „Trident Juncture“-Übungen nicht gegen irgendein Land gerichtet, würden aber signalisieren, dass die „Nato bereit und imstande sei, alle Verbündeten vor jeglicher Bedrohung zu schützen“.

    „Die Nato-Manöver in Norwegen sind dazu berufen, Russland vor militärischem Abenteurertum zu warnen“, so die Quelle.

    Dem Diplomaten zufolge sind die europäischen Nato-Mitgliedsländer wegen einer möglichen Konfrontation mit Russland im Falle einer Verwicklung der russischen Seite in einen plötzlichen Militärkonflikt in der Nähe der Außengrenzen der Allianz beunruhigt.

    „In Europa ist man wegen der Möglichkeit einer Konfrontation mit Russland im Falle eines unerwarteten Vorfalls nahe der Nato-Außengrenzen beunruhigt“, sagte der Diplomat. Dabei erinnerte er an die Situation mit dem Tod der russischen Friedensstifter in Südossetien 2008, wonach die Verkündung der Unabhängigkeit von Südossetien und Abchasien folgte.

    Abchasiens Hauptstadt Suchum
    © Sputnik / Michail Mokrushin
    Georgien hatte in der Nacht zum 8. August 2008 Südossetien aus Mehrfachgeschosswerfern „Grad“ beschossen, die georgischen Truppen hatten die Republik angegriffen und deren Hauptstadt teilweise zerstört. Russland schickte zum Schutz der Zivilisten von Südossetien, von denen viele die russische Staatsbürgerschaft erworben hatten, und um Georgien zum Frieden zu zwingen, seine Truppen in die Republik und hatte nach fünf Tagen der Kampfhandlungen die georgischen Militärs aus Südossetien verdrängt. Moskau hatte dann am 26. August 2008 die Souveränität von Abchasien und Südossetien anerkannt. Die russische Führung hatte mehrmals betont, dass die Anerkennung der Unabhängigkeit  der beiden ehemaligen georgischen Autonomien die existierenden Realien schildere und keiner Revision unterliege.

    Moskau hatte zuvor im Zusammenhang mit der erhöhten Aktivität der Nato-Länder an seinen Grenzen wiederholt erklärt, dass es für niemanden eine Bedrohung darstelle, dabei aber die für seine Interessen potenziell gefährlichen Handlungen nicht unbeachtet lasse.

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    Tags:
    Abenteuerlichkeit, fürchten, Großmanöver, Kalter Krieg, Bedrohung, Jens Stoltenberg, Norwegen, Schweden, Südossetien, Abchasien, Georgien, Finnland, USA, Russland