09:45 17 November 2018
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    Syrische Soldaten an der jordanischen Grenze

    NI nennt nächstes Zielland des „Islamischen Staates“

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    Politik
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    Laut einem neuen Artikel im US-Magazin „National Interest“ (NI) könnten Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“* nach ihrer Vertreibung aus Syrien und dem Irak einen anderen Zufluchtsort in Nahost finden.

    Wie die Autorin Emily Przyborowski meint, befinde sich das Haschemitische Königreich Jordanien in Gefahr, obwohl es seinen Ruf als ein Schlüsselverbündeter der USA in der Terrorbekämpfung gefestigt habe.

    „Jordaniens Mischung aus schutzbedürftigen, gefährdeten Bevölkerungsgruppen und Islamismus macht es zu einem hervorragenden Kandidaten für Subversion“, glaubt die Journalistin.

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    Jordanien sei die drittgrößte Quelle ausländischer Kämpfer für den Islamischen Staat – etwa 3.000 Menschen aus dem Land sollen sich der Terrormiliz angeschlossen haben.

    „Während viele Jordanier wegen Arbeitslosigkeit und Armut von ISIS angezogen werden, spielen Fragen wie Marginalisierung, schlechte Regierungsführung und religiöse Erziehung ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Anwerbung und Mitgliedschaft. Darüber hinaus fühlen sich viele Jordanier verpflichtet, ihre umkämpften sunnitischen Glaubensgenossen in Syrien zu verteidigen“, schreibt Przyborowski unter Berufung auf einen Bericht des Internationalen Zentrums für Erforschung des gewalttätigen Extremismus.

    Da der IS allmählich aus Syrien und dem Irak vertrieben werde, erwarte man die Rückkehr zahlreicher Militanter in ihren Heimatländern. Zuvor habe Amman Angriffe erfolgreich verhindern können, aber dies werde schwerer werden, wenn die jordanischen „Absolventen“ des Krieges in Syrien zurückkehren, erklärt die Autorin. Diese Kämpfer würden bereits die erforderlichen Kenntnisse besitzen, um anfällige Bevölkerungsgruppen aufzuwiegeln und zu rekrutieren.

    Am stärksten gefährdet sei wohl die syrische Flüchtlingsbevölkerung des Landes. Im Februar 2018 gab es in Jordanien 657.628 syrische Flüchtlinge, was ungefähr sieben Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes von 9,5 Millionen entspricht.

    „Diese Flüchtlinge leben derzeit unter schwierigen Bedingungen und in überfüllten Lagern, in denen sie starkem Hunger, Armut und lokaler Kriminalität ausgesetzt sind. All dies trägt maßgeblich zur Radikalisierung bei“, so „National Interest“.

    Das Problem des Extremismus werde im Land seit 2015 akuter. Im August 2018 wurden vier jordanische Sicherheitsbeamte bei einem Terroranschlag in der Stadt Al-Salt getötet und weitere 16 Anwohner verletzt. Anschließend wurden fünf Extremisten festgenommen. Unweit des Angriffsortes wurden NI zufolge zahlreiche Sprengsätze entdeckt, die die Täter für neue Angriffe verwenden wollten.

    *Eine in Russland verbotene Terrorvereinigung

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    Tags:
    Terror-Kämpfer, Terror, Terrormiliz Daesh, The National Interest, Irak, Syrien, Jordanien