22:04 17 November 2018
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    Bomber Tu-160 (Archiv)

    Russische Bomber gefährden Norwegen? Nato setzt auf Verschleierungstaktik - Experte

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    Politik
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    Am Mittwoch hat Großbritannien offenbar Kampfjets in den Himmel zur Beobachtung russischer Bomber entsandt. Die Situation kommentiert der russische Militärexperte Wladimir Kosin gegenüber Sputnik.

    Zwei russische Bomber Tu-160 haben Besorgnisse der Nato wegen eines Fluges nahe des Gebietes der Nato-Übung “Trident Juncture” in Norwegen ausgelöst. Großbritannien soll zur Begleitung der Tu-160-Bomber Kampfjets entsendet haben.

    Das russische Verteidigungsministerium hat mitgeteilt, dass zwei Militärflugzeuge einen zehn Stunden langen planmäßigen Flug über der Barentssee und dem Norwegischen Meer absolviert haben. Das Ministerium hob hervor, dass die Grenzen anderer Staaten nicht verletzt worden seien, und der Flug strikt gemäß den internationalen Regeln zur Nutzung des Luftraums erfolgt sei.

    Zudem benachrichtigte Moskau die NOTAM über die bevorstehenden Flüge vom 1. bis zum 3. November über dem Norwegischen Meer. Diese Mitteilung „alarmierte ebenfalls die Nato“.

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    Laut Plan sollen die Tu-160 der norwegischen Küste möglichst nahe, bis auf 13,9 Seemeilen, kommen. Nach RT-Informationen werden die Flüge im Gebiet der Nato-Manöver erfolgen.

    Zudem wurde bekanntgegeben, dass die Luftwaffe der russischen Kriegsflotte ebenfalls Übungsflüge mit Raketenschießen vom 6. bis 9. November in der Barentssee und über dem internationalen Gewässer nördlich von Norwegen ohne Verletzung der Grenzen des Landes abhalten wird.

    Die größte Nato-Übung seit Ende des Kalten Krieges namens “Trident Juncture” findet in Norwegen vom 25. Oktober bis 7. November statt. An den Übungen nehmen rund 50.000 Militärs aus 30 Ländern teil. Diese Übungen sind die größten in den letzten Jahren nahe den russischen Staatsgrenzen. Das Nato-Kommando will während der Manöver rund 20 „Experimente“ durchführen.

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    Der Professor der Akademie der Militärwissenschaften und einer der führenden Experten des Zentrums für militärpolitische Studien der MGIMO Wladimir Kosin kommentierte im Radiosender Sputnik die Situation.

    „Ich denke, dass sich die Nato unbegründet Sorgen macht, weil unsere Flugzeuge nicht mit Atomwaffen an Bord fliegen, sondern einfache Übungsflüge unternehmen, wobei sie nicht in die Zone ausländischer Staaten eindringen. Auf der anderen Seite patrouillieren US-amerikanische schwere strategische Bomber B-52H und B-2A ständig den Luftraum Europas. Eine B-52H landete sogar auf dem Luftwaffenstützpunkt Ämari in Estland. Wir wissen nicht, ob die Amerikaner an ihren schweren Bombern Atomwaffen hatten oder nicht. Zudem führen die Amerikaner regelmäßig große Übungen unter Einsatz schwerer strategischer Fliegerkräfte im globalen Ausmaß durch, wobei mehrere strategische Bomber eingesetzt werden. Also bevor man Russland irgendwelche Aktionen vorwirft, sollten die Amerikaner auf sich selbst gucken und nicht verschleiern. Die USA führen in den letzten Jahren Militärübungen mit konventionellen Waffen durch, die nach dem Szenario mit dem Einsatz von Atomwaffe enden. So etwas hatte es früher nicht gegeben. Diese Übungen waren getrennt. Nun ist es zur Transformation gekommen“, sagte der Experte Wladimir Kosin.

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    Tags:
    Militär, Manöver, Tu-160, NATO, Norwegen, Russland