22:33 18 November 2018
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    Nicolas Sarkozy (Archiv)

    Sarkozy nennt „ungeahnten Effekt“ antirussischer Sanktionen

    © AFP 2018 / Jean-Sebastien Evrard
    Politik
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    Der französische Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat gegenüber dem Wochenmagazin „Le Point“ auf einen „ungeahnten Effekt“ der antirussischen Sanktionen hingewiesen.

    Der Politiker bezeichnete die Sanktionen gegen Moskau als kontraproduktiv. Sie würden den Interessen der Europäer nicht entsprechen und seien von „Anordnungen Donald Trumps“, des US-Präsidenten, aufgedrängt worden.

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    Die Sanktionen hätten einen „ungeahnten Effekt“ erzielt: Russland sondere sich von Europa ab und nähere sich China an.

    „Wir tun alles, um Russland in die Hände Chinas zu treiben. Ich bedauere das zutiefst“.

    Europa solle Russland „die Hand ausstrecken“ und die Beziehungen verbessern.

    „Man muss sich jetzt eine neue übernationale Organisation vorstellen, die drei Seiten versammeln würde: Europa, die Türkei und Russland“, so der ehemalige Präsident. Er sei früher gegen den EU-Beitritt der Türkei gewesen.

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    Eine tiefere Integration Russlands werde die „Architektur des Kontinents verstärken“, wenn Länder wie die Ukraine nicht dazu gezwungen würden, zwischen zwei Seiten zu wählen.

    Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und den westlichen Staaten hatten sich nach dem Umsturz in der Ukraine 2014 verschlechtert. Nach dem Beitritt der Krim zu Russland verhängten die USA und die EU politische und wirtschaftliche Strafmaßnahmen gegen Russland. Moskau konterte mit einem Einfuhrverbot für eine ganze Reihe von Lebensmitteln aus den Ländern, die zuvor Sanktionen gegen Russland verhängt hatten, und nahm Kurs auf Importersatz. Russland bezeichnete die westlichen Sanktionen mehrmals als kontraproduktiv.

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    Nach dem Staatsstreich im Februar 2014 in Kiew war es auf der Krim und im Osten der Ukraine zu Massenprotesten gekommen. Die Behörden der Krim und von Sewastopol hatten am 16. März 2014 ein Referendum zur Frage der Wiedervereinigung mit Russland durchgeführt. Für den Beitritt zur Russischen Föderation stimmten 96,7 Prozent bzw. 95,6 Prozent der Bürger. Die Ukraine, die EU und die USA wollen die Ergebnisse des Referendums nicht anerkennen. Moskau erklärte mehrmals, dass der Beitritt der Region in strikter Übereinstimmung mit völkerrechtlichen Normen erfolgt sei.

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    Sanktionsdruck, Russland-Sanktionen, Sanktionsspirale, US-Sanktionen, Diplomat, Internationale Beziehungen, Sanktionsliste, Sanktionspolitik, Politiker, Geopolitik, Sanktionen, Ukraine-Krise, Wiedervereinigung der Krim mit Russland, Krim-Referendum, Nicolas Sarkozy, Russische Föderation, Schwarzmeer-Halbinsel Krim, EU, Eurasien, EU-Länder, Europäische Union, Europa, Türkei, Frankreich, Russland, Ukraine, China