23:03 19 November 2018
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    Spion (Symbolbild)

    Sind Hälfte russischer Expats in Großbritannien Spione? Englische Experten mutmaßen

    CC BY-SA 2.0 / Tony Webster / People Waiting
    Politik
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    Russen in Großbritannien befürchten, dass fast eine Hälfte ihrer Landsleute im Lande Kreml-Informanten sind. Dies ergebe sich aus einem Bericht des britischen Think Tanks Henry Jackson Society, schreibt die Zeitung „The Times“.

    Dem Bericht zufolge „verfolgen einige russische Spione ein ziemlich einfaches Szenario und kümmern sich wenig darum, ihre Spuren zu verwischen“.

    „The Times“ zitiert Wladimir Aschurkow, den ehemaligen Top-Manager des Konzerns Alfa Group, der vermeintlich Angst vor Überwachung durch russische Spionen habe.

    Angeblich habe Aschurkow bemerkt, dass er verfolgt werde, als er sich in London mit einem russischen Geschäftsmann zum Kaffee getroffen habe.

    „Als dieser Geschäftsmann das nächste Mal nach Moskau fuhr, traf er in der nächsten Woche einige Leute aus den Geheimdiensten. Sie wussten von unserer Zusammenkunft, wo wir uns getroffen und was wir besprochen haben“, zitiert ihn die Zeitung.

    In dem Bericht der Henry Jackson Society heißt es, dass die Russen in Großbritannien zwischen einem Viertel und der Hälfte ihrer im Lande lebenden Mitbürger für Informanten halten.

    „Die Interviewten behaupteten, dass zwischen einem Viertel und einer Hälfte der russischen Auswanderer Informanten sind oder waren“, heißt es in dem Bericht „Putin sieht und hört alles: Wie russische Geheimdienste das Vereinigte Königreich bedrohen“ (Putin Sees and Hears It All: How Russia‘s Intelligence Agencies Menace The UK).

    Der Autor des Berichts, Andrew Foxall, sagte dem Blatt zufolge, die Besorgnis der von ihm interviewten Menschen habe nach den Massenausweisungen angeblicher Spione nach der Skripal-Vergiftung in Salisbury zugenommen.

    Es bleibe allerdings unklar, so „The Times“, ob alle Informanten Einzelpersonen seien, die den Diplomaten direkt Rechnung ablegen würden, oder ob es unter ihnen auch geschwätzige Russen gebe, die einfach Informationen wiederholen, welche schließlich die Botschaft erreichen würden.

    Richard Dearlove, der frühere MI6-Chef, äußerte sich positiv zu dem Bericht, „der uns nachdrücklich daran erinnert, dass die Aktivitäten der russischen Geheimdienste im Westen immer noch umfangreich und aufdringlich sind“.

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    Daraufhin rief er dazu auf, erhebliche Ressourcen in die Bekämpfung dieser „Bedrohung für unsere nationale Sicherheit“ zu investieren.

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    Tags:
    Fall Skripal, Spion, Bericht, Spionage, Alfa Group, The Times, Großbritannien, Russland