20:04 31 Oktober 2020
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    Kanadas Premier Justin Trudeau hat sich im Namen seines Landes für die Abweisung jüdischer Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland im Jahre 1939 entschuldigt.

    „Heute bin ich ins Unterhaus (des kanadischen Parlaments – Anm. d. Red.) gekommen, um jüdische Flüchtlinge, die Kanada abgewiesen hat, um lange überfällige Entschuldigungen zu bitten“, wird Trudeau von der Zeitung „The Washington Post“ zitiert.

    „Wir entschuldigen uns bei 907 Juden sowie bei ihren Familien, die sich an Bord des Schiffes „St. Lois“ befunden hatten“, erläuterte er weiter.

    Kanada habe sich geweigert zu helfen, wo es habe helfen können, und damit zum „grausamen Schicksal“ vieler Menschen beigetragen, die später in NS-Konzentrationslagern wie Auschwitz ermordet worden seien, so Trudeau.

    Er entschuldigte sich unter anderem bei der jüdischen Gemeinschaft Kanadas, deren Bitten um die Rettung der Juden aus Deutschland vor 79 Jahren ignoriert worden seien.

    In seiner Rede rief Trudeau die Kanadier dazu auf, sich Ausländerhass und Antisemitismus entgegenzustellen.

    Das Schiff „St. Louis“ war im Mai 1939 mit mehr als 900 Juden an Bord auf der Flucht vor der NS-Verfolgung in Hamburg in See gestochen. Die Passagiere wurden aber weder in Kuba, noch in den USA, noch in Kanada an Land gelassen. Schließlich musste das Schiff nach Europa zurückkehren. Viele dieser Juden wurden von den Nazis ermordet.

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    Tags:
    Flüchtlinge, Entschuldigung, Schiff, Juden, Justin Trudeau, Kanada, Auschwitz