11:22 16 November 2018
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    Soldaten der österreichischen Armee in Wien (Archivbild)

    Spionage zugunsten Russlands? Mutmaßlicher Verdächtiger in Österreich festgenommen

    © AP Photo / Ronald Zak
    Politik
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    In Österreich ist ein Ex-Oberst der österreichischen Streitkräfte festgenommen worden, der angeblich etwa 20 Jahre lang für Russland spioniert haben soll. Darüber berichtet die „Kronen Zeitung“ unter Berufung auf einen Vertreter des österreichischen Verteidigungsministeriums.

    Russlands Außenminister nimmt Stellung

    Russlands Außenminister Sergej Lawrow äußerte sich zur entstandenen Situation wie folgt:

    „Diese Information überraschte mich unangenehm. Seit alters her ist es üblich, dass man, falls ein Land Besorgnisse oder Verdächtigungen bezüglich des Vorgehens eines anderen Landes hat, entsprechend den Normen der internationalen Kommunikation eine Klarstellung fordert.“

    Ferner sagte er: „In letzter Zeit machten sich unsere westlichen Partner zur Regel, nicht die traditionelle, sondern die Megaphon-Diplomatie auszuüben.“ Er bestätigte unter anderem, dass heute der österreichische Botschafter ins russische Außenministerium einbestellt wird.

    „Wir werden seine Aufmerksamkeit darauf lenken, mit welchen Methoden man agieren soll, falls sie irgendwelche Fragen gegenüber Russland haben“, sagte Lawrow während seiner Pressekonferenz in Moskau.

    >>> Mehr zum Thema: Moskau zitiert österreichischen Botschafter ins Außenministerium – VIDEO <<<

    Spionagevorwürfe

    Der Ex-Oberst Alfred Redl soll  Informationen aus dem Bundesheer geliefert haben. Unter anderem habe er Angaben über die österreichische Luftwaffe, die Artilleriesysteme, Berichte über die Migrationskrise sowie detaillierte Persönlichkeitsprofile vieler hochrangiger Offiziere gesammelt. Wie die Zeitung ferner berichtet, soll der mutmaßliche Tatverdächtigte alle zwei Wochen mit dem angeblich russischen Kontaktmann namens „Juri“ kommuniziert haben.

    Laut den Zeitungangaben begann der österreichische Militär aus Salzburg seine Aufklärungstätigkeit in den 90er Jahren. Er soll damit mehr als 300.000 Euro verdient haben.

    Diese Information bestätigte auch der Sprecher des österreichischen Verteidigungsministeriums, Michael Bauer:

    Beginn einer diplomatische Krise?

    Die russische Botschaft weigerte sich, die aufgetauchten Medienberichte zu kommentieren. „Kein Kommentar“, sagte der Pressesprecher, Bulat Chajdarow. Russlands Auslandsnachrichtendienst (SWR) äußerte sich ebenfalls nicht zu dieser Information.

    Am Freitagmorgen teilte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz mit, dass die österreichische Außenministerin Karin Kneissl ihre für Anfang Dezember geplante Reise nach Russland abgesagt hat.

    Der österreichische Botschafter Johannes Eigner wird am Freitag ins russische Außenministerium einbestellt, hieß es aus der Behörde.

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    Tags:
    Festnahme, Spionage, Kronen Zeitung, Österreich, Russland