04:47 21 Januar 2019
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    VIDEO Wenn ein Verdacht verdächtig wirkt – Spionagevorwurf gegen Russland aus Wien

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    Andreas Peter
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    © REUTERS / Lehtikuva/Martti Kainulainen

    In Österreich ist ein pensionierter Offizier der dortigen Streitkräfte festgenommen worden. Er soll jahrelang für Russland spioniert haben. Obwohl bislang nur ein Verdacht, belastet der Vorwurf die Beziehungen zwischen Wien und Moskau. Aber vielleicht war das auch das einzige Ziel der Übung?

    Bislang sei es nur ein Verdacht, räumte Bundeskanzler Sebastian Kurz ein. Dennoch wirken die Reaktionen aus Wien, als habe sich der Verdacht bestätigt, dass ein 70-jähriger pensionierter Offizier des österreichischen Heeres jahrelang für einen russischen Nachrichtendienst gearbeitet haben soll. Bundeskanzler Kurz sagte in die Mikrofone und Kameras, dass Spionage inakzeptabel sei, was für einen professionellen Staats- und Regierungschef – bei allem gebührenden Respekt – doch irgendwie naiv und weltfremd klingt.

    >>Andere Sputnik-Artikel: Österreichs Außenministerin Karin Kneissl sagt Russland-Reise ab

    Verteidigungsminister Mario Kunasek wird von der Opposition genauso in die Zange genommen wie Außenministerin Karin Kneissl. Kunasek ist Mitglied der FPÖ. Diese hat 2016 einen Vertrag über Zusammenwirken und Kooperation mit der Partei Einiges Russland abgeschlossen, zu der auch der russische Staatspräsident gehört. Daraus konstruiert die Opposition im österreichischen Parlament sofort ein Sicherheitsrisiko, das die FPÖ darstelle. Wohlgemerkt, wir reden hier immer noch über einen Spionage-Verdacht.

    Absage eines Besuches in Moskau, der dem Dialog dienen sollte

    Österreichs Außenministerin Karin Kneissl, die von der FPÖ nominiert wurde, aber nicht selbst deren Mitglied ist, hat ein enges und vertrauensvolles Verhältnis zur russischen Politik. Vor allem die Tatsache, dass der russische Präsident Gast ihrer Hochzeit war und dort auch mit ihr tanzte, war ein gefundenes Fressen für die Boulevardpresse. Kneissl musste die Klaviatur der Diplomatie betätigen, also bestellte sie den russischen Geschäftsträger in Österreich ein. Viel bedeutsamer aber ist, sie sagte ihren Besuch in Moskau ab, der am 2. und 3. Dezember stattfinden sollte. Dabei sollte es um die Umsetzung des "Sotschi-Dialogs" gehen. Möglicherweise war diese Annäherung der neutralen Alpenrepublik an ein entspanntes Verhältnis zu Russland bestimmten Kräften ein Dorn im Auge?

    >>Andere Sputnik-Artikel: Österreichs Spionagevorwürfe – Russisches Außenministerium reagiert

    Womit wir wieder beim Ausgangspunkt dieser kleinen Geschichte wären, dem Wort "Verdacht". Allerdings weniger bezogen auf die Vorwürfe gegen den pensionierten österreichischen Offizier.

    Russlands Außenminister Sergej Lawrow jedenfalls kritisierte in Moskau in einer ersten Reaktion die Megafon-Diplomatie, wie er sie nannte.

    Tags:
    Vorwürfe, Spionage, Verdacht, Freiheitspartei Österreichs (FPÖ), Sergej Lawrow, Karin Kneissl, Sebastian Kurz, Österreich, Russland
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