10:43 18 November 2018
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    Doppeladler in Moskau (Symbolbild)

    Britische Politologen: „Der Westen hasst Russland, weil…“

    © Sputnik / Maxim Blinow
    Politik
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    Die britischen Politologen T.J. Coles and Matthew Alford haben ein Buch geschrieben, in dem sie unter anderem auch auf Ursachen des negativen Verhaltens der USA und Großbritanniens gegenüber Russland eingehen. Das US-Magazin „CounterPunch“ hat einen Auszug aus dem Buch veröffentlicht.

    Das Buch „Union Jackboot: What Your Media and Professors Don't Tell You About British Foreign Policy" (dt: „Union Kampfstiefel: Was eure Medien und Professoren euch über die britische Außenpolitik nicht sagen"), in dem Coles detaliert auf provokative Fragen von Alford antwortet, stellt Überlegungen zum Thema der Beziehungen der USA und Großbritanniens zu Russland dar.

    Nach Ansicht der Politologen bemühe sich Washington unter Einsatz aller Kräfte um die Aufrechterhaltung seiner Hegemonie, während Moskau durch seinen Unwillen, sich zu unterwerfen, die Herrschaft einer neoliberalen Ordnung verhindere.

    Russland werde von den politischen Eliten Großbritanniens bereits seit mehr als einem Jahrhundert als ein „bedeutender Feind" angesehen, betont Coles. Er beruft sich auf eine Äußerung des Historikers Lawrence James, dem zufolge in den russisch-britische Beziehungen ein „Kalter Krieg" seit Ende der 1820er Jahre bis zum Anfang des 20. Jahrhundert herrschte. Damals hätten die beiden Länder um strategische Ressourcen und die Handelsroute gekämpft. Nachdem die Bolschewiki 1917 in Rusland an die Macht gekommen seien, habe sich das Land und dessen regierende Partei in einen eindeutigen Feind verwandelt und sei als eine ideologische Gefahr betrachtet worden. So habe beispielsweise Winston Churchill die 1900 gegründete Labor Party als eine Front für Bolschewiki eingestuft.

    Zudem habe Großbritannien 1919 als erstes chemische Waffen auf dem russischen Territorium eingesetzt, als es die Weiße Armee beim Russischen Bürgerkrieg mit einer militärischen Intervention unterstützt habe. Churchill habe diesen Chemiewaffeneinsatz offen als „die richtige Medizin für die Bolschewisten" bezeichnet, erinnert Coles seine Leser.

    Heutzutage sei diese Geschichte „typischerweise umgekehrt, um zu sagen, dass Russland den Westen bedroht, daher die ganze Rede über Nowitschok, die Skripals und Dawn Sturgess, die Zivilistin, die angeblich mit Nowitschok in Kontakt kam und einige Tage später im Krankenhaus starb", staunt Coles.
    Seit dem Rücktritt des Präsidenten Boris Jelzin im Jahr 1999 habe Russland den sogenannten wirtschaftlichen Nationalismus verfolgt. Die USA würden das nicht mögen, weil die Märkte plötzlich geschlossen würden und Steuern bei US-Unternehmen erhoben würden.

    „Das ist die tatsächliche Bedrohung. Aber man kann das der Öffentlichkeit nicht sagen: Dass wir Russland hassen, weil sie (die Russen — Anm. d. Red.) nicht tun, was wir sagen", schreibt Coles.

    Das tatsächliche Ziel gegenüber Russland sei es, die wirtschaftliche Hegemonie der USA und die damit verbundene Kultur offener „freier Märkte" aufrecht zu erhalten und gleichzeitig protektionistisch im wirklichen Leben zu sein. Der Protektionismus der Vereinigten Staaten habe eigentlich nicht unter Trump begonnen, betont Coles.
    Coles übt unter anderem Kritik an den Militäraktivitäten des Westens: US-Militärexperten hätten bereits vor Jahren davor gewarnt, dass alle Nato-Schritte zur Unterstützung der vom Westen unterstützten ukrainischen Regierung Russland provozieren würden, die Krim anzuschließen, betont der Politologe.

    „Sie (die Militärexperten — Anm.d. Red.) sprechen nicht davon, dass Russland spontan in die Ukraine eindringt und sie annektiert, was das Bild ist, das wir von den Medien erhalten. In den Dokumenten geht es darum, dass Russland auf die Provokation der Nato reagiert".

    „Stellen Sie sich vor, Schottland würde sich von dem Vereinigten Königreich abspalten, und die Russen würden an unserer Grenze Militärübungen durchführen, angeblich um eine britische Invasion in Schottland abzuschrecken. Das ist es, was wir in der Ukraine tun", zieht Coles seine Parallelen.

    Um ihre Interessen und Investitionen zu schützen, würden die USA der Welt eine von ihnen geführte neoliberale Ordnung aufzwingen, so Coles. „Aber das kann nicht geschehen, wenn man den ‚wirtschaftlichen Nationalismus‘ hat, wie es China bis zu den ‚Reformen‘ der 70er und 80er Jahre getan hat und bis heute in gewissem Maße hat. Russland und China sind keine militärischen Bedrohungen. Die Weltbevölkerung insgesamt weiß das, auch wenn die einheimischen US-amerikanischen und britischen Medien das Gegenteil behaupten".

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