16:25 17 Dezember 2018
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    Der französische Präsident Emmanuel Macron bei dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg

    Macron gegen höhere EU-Militärausgaben für US-Waffen

    © Sputnik / Sergej Gunejew
    Politik
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    Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die Schaffung eines EU-Verteidigungsbudgets zum Zweck der EU-Eigenständigkeit in der Sicherheitspolitik und nicht für weitere Waffenkäufe aus US-amerikanischer Produktion gefordert.

    “Ich möchte nicht, dass die europäischen Länder ihre Verteidigungskosten erhöhen, um amerikanische oder andere Waffen oder Materialien aus eurer (US-amerikanischer — Anm. d. Red) Produktion zu kaufen. Ich denke, falls wir unsere Ausgaben erhöhen, dann nur, um unsere Eigenständigkeit zu stärken“, erklärte Macron in einem Interview mit CNN.

    Zuvor äußerte Macron die Idee, gemeinsame europäische Streitkräfte aufbauen zu wollen. Seiner Meinung nach werde dies die Abhängigkeit Europas von Washington reduzieren. Zudem soll das die EU vor „China, Russland und sogar den USA“ schützen.

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    US-Präsident Donald Trump hatte kurz nach seiner Ankunft in Paris via Twitter scharfe Kritik an den jüngsten Forderungen seines französischen Amtskollegen geübt.

    Am 11. November hat Emmanuel Macron den amerikanischen Präsidenten im Elysee-Palast empfangen.

    „Wir hatten ein sehr klares Gespräch. Er steht für eine bessere Lastenverteilung in der Nato und ich stimme dem zu“, teilte Macron nach dem Treffen mit.

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    Auf die Frage, ob er einen Konflikt mit dem US-Präsidenten aufgrund der Idee der Schaffung einer europäischen Armee als unvermeidlich betrachtet,  antwortete Macron: „Nein[…]er (Donald Trump — Anm. Red.) bestätigte in der Gegenwart der Presse, dass es für ihn normal ist.“

    Zuvor war berichtet worden, dass Macron in einem Interview für den Rundfunksender Europe 1 die Gründung einer europäischen Armee vorgeschlagen hatte. „Wir brauchen ein Europa, das sich selbst verteidigen kann, ohne sich völlig auf die USA zu verlassen“, zitierte die Agentur Reuters den französischen Staatschef.

    Donald Trump seinerseits hatte mehrfach kritisiert, dass viele europäische Mitgliedsstaaten nicht genug Beiträge für das transatlantische Militärbündnis zahlen, um die kollektive Verteidigung der Allianz zu erhalten. Die USA als Hauptfinanzier der Nato verlangen die Verteidigungsausgaben  noch weiter  zu erhöhen.
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    Tags:
    Nato-Länder, Nato-Streitkräfte, NATO, Donald Trump, Emmanuel Macron, EU, EU-Länder, Europäische Union, Europa, USA, Frankreich